Deklaration

Suchtforscher fordern Modifizierungen im EU-Krebsplan

Suchtforscher raten der EU in einer Deklaration, beim Kampf gegen den Qualm einen Kurswechsel an.

Veröffentlicht:

Brüssel. Die Forschergemeinschaft International Association on Smoking Control & Harm Reduction (SCOHRE) hat bei ihrem jüngsten virtuellen Jahrestreffen eine Deklaration verabschiedet, in der sie die EU-Kommission dazu aufruft, ihren mit dem im Februar dieses Jahres veröffentlichten Krebsplan verknüpften Kurs zum Senken der Raucherprävalenz in ganz Europa auf 5 Prozent bis zum Jahr 2040 zu überdenken.

Konkret geht es um den Instrumentenkasten, dessen sich die EU bedienen will, um die Europäer zu entwöhnen. Wie SCOHRE-Gründungsmitglied und Vice President Professor Heino Stöver, Leiter des Instituts für Suchtforschung Frankfurt am Main (ISFF) an der Frankfurt University of Applied Sciences, bereits mehrfach auf internationalen Podien kritisiert hat, lässt die EU-Kommission den Aspekt der Schadensminimierung – Tobacco Harm Reduction – vollkommen außer Acht.

Noch immer lehnen viele Wissenschaftler eine Befassung mit dem Thema Harm Reduction ab, da ihnen die vorliegenden Daten zur Schadensminimierung beim Gebrauch einer E-Zigarette oder eines Tabakerhitzers im Vergleich zu einer konventionellen Verbrennungszigarette noch zu jung und zu wenig umfangreich sind.

Hier appelliert SCOHRE an die Bereitwilligkeit, sich dem Diskurs über Harm Reduction zu öffnen – auf wissenschaftlicher wie auch gesundheitspolitischer Seite weltweit. „Wir glauben, dass die Unterfütterung der wissenschaftlichen Beweise, einschließlich der unabhängigen Überprüfung der branchenseitig erhobenen Daten, der Sensibilisierung auf allen Ebenen und der Veröffentlichung der neuesten wissenschaftlichen Daten, ein entscheidender Schritt ist, um Rauchern wirklich zu helfen, mit dem Rauchen aufzuhören und die Ziele des EU-Krebsplans zu erreichen“, heißt es in der Deklaration.

Die Deklaration enthält offensichtlich auch einen impliziten Seitenhieb auf das Tabaksteuermodernisierungsgesetz, mit dem Rauchalternativen wie E-Zigaretten und Tabakerhitzer im Vergleich zu Zigaretten steuerlich wesentlich stärker belastet werden als bisher, wenn es heißt, mit die schärfste Waffe der EU im Kampf gegen den Qualm sei die Regulierung – Steuererhöhungen können durchaus als Regulierung durch die Hintertür gesehen werden. (maw)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Zwei Empfehlungen mehr

WHO aktualisiert Europäischen Kodex gegen Krebs

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
MRT-Bildgebung und Monitoring

© wedmoments.stock / stock.adobe.com

Plexiforme Neurofibrome bei Neurofibromatose Typ 1

MRT-Bildgebung und Monitoring

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Tab. 1: Verbesserung wichtiger Endpunkte nach 24-wöchiger randomisierter Behandlung mit Vimseltinib vs. Placebo (MOTION-Studie)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Tenosynoviale Riesenzelltumoren

Erste zugelassene systemische Therapie zeigt überzeugende Langzeiteffekte

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deciphera Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Durvalumab im Real-World-Vergleich

© Springer Medizin Verlag

ED-SCLC

Durvalumab im Real-World-Vergleich

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Neue S1-Leitlinie

Verätzung am Auge: Erst spülen, und dann?

Lesetipps
Ein älterer Mann muss stark husten und hält eine Hand auf seine Brust.

© Getty Images

Infektionsmanagement

Keuchhusten: Was bei der Behandlung Erwachsener wichtig ist