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KVen haben geliefert

Terminvergabe läuft gut an

Erstes Fazit nach 100 Tagen: Die Terminservicestellen der KVen funktionieren. Aber werden sie auch wirklich gebraucht?

Anno FrickeVon Anno Fricke Veröffentlicht:

Die Terminservicestellen sind gut angelaufen.

BERLIN. Hochgerechnet haben die Terminservicestellen seit dem Start am 25. Januar rund 31.000 Termine vermittelt. Die exakte Inanspruchnahme kennt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) nur für die elf KVen, die das von der KV Telematik GmbH übernommene Webtool für die Terminvergabe nutzen.

Über das Modul sind nach Angaben von Dr. Florian Fuhrmann von der KV Telematik 19.500 Termine vermittelt worden. Fünf KVen haben das Webtool nicht installiert, eine greift lediglich teilweise darauf zurück.

"Im Vergleich zu den jährlich mehr als 550 Millionen Behandlungsfällen und über einer Milliarde Arzt-Patientenkontakten im ambulanten Sektor ist diese Anzahl sehr gering und beweist erneut, dass wir - objektiv betrachtet - insgesamt geringe Wartezeiten in Deutschland haben", sagte KBV-Chef Dr. Andreas Gassen bei der Vorstellung der 100-Tage-Bilanz am Mittwoch in Berlin.

 Die geringe Nachfrage bestätige die Kritik der KBV und der KVen an diesem "deutlich unnötigen" Auftrag des Gesetzgebers.

12.000 Praxen haben geliefert

Der Auftrag steht im Versorgungsstärkungsgesetz der großen Koalition. Die Terminservicestellen sollen Patienten mit dringlicher Überweisung binnen vier Wochen zu einem Facharzttermin verhelfen. Anderenfalls darf sich der Patient stationär behandeln lassen. Ein solcher Fall sei nicht verzeichnet, berichtete Gassen.

Rund 12.000 Facharztpraxen haben bislang freie Termine an die Terminstellen übermittelt, die meisten in Westfalen-Lippe (2065 Praxen), gefolgt von Baden-Württemberg mit 1884 Praxen.

Die Nachfrage ist überwiegend auf Termine bei Internisten und Neurologen konzentriert. Kaum Bedarf gibt es laut KBV nach Terminen bei Kinderärzten und Urologen.

Nächster Schritt im Mai

Die Entwicklung der Terminservicestellen ist nicht abgeschlossen. Im Laufe des Mai sollen die Stellen auch Patienten helfen können, deren Überweisung nicht dringlich ist.

Nach Verabschiedung der neuen Psychotherapie-Richtlinie durch den Gemeinsamen Bundesausschuss kommen weitere Aufgaben auf die Stellen zu.

Die Terminservicestellen höben die Unterschiede zwischen gesetzlich und Privatversicherten nicht auf, kritisierte die Grünen-Abgeordnete Maria Klein-Schmeink in einer ersten Reaktion. Gesetzlich Versicherte müssten zwischen 16 und 24 Tage länger auf Termine warten als Privatversicherte.

Lesen Sie dazu auch: TK-Umfrage: Wie zufrieden sind Patienten mit der Terminvergabe?

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