Folgen der Pandemie

Versicherte schieben Vorsorgetermine wegen Corona-Krise auf

Eine neue Befragung von Bürgern lässt erkennen, dass der Zugang zur Versorgung während der Corona-Pandemie kein Problem darstellt. Allein die wahrgenommenen Risiken hindern sie am Arztbesuch.

Von Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht: 03.08.2020, 11:13 Uhr
Viele Versicherte halten Vorsorgeuntersuchungen prinzipiell für eine gute Idee. Doch in Corona-Zeiten schieben sie entsprechende Kontrolltermine beim Arzt auf, hat eine neue Befragung ergeben.

Viele Versicherte halten Vorsorgeuntersuchungen prinzipiell für eine gute Idee. Doch in Corona-Zeiten schieben sie entsprechende Kontrolltermine beim Arzt auf, hat eine neue Befragung ergeben.

© N-Media-Images / stock.adobe.com

Köln. Die Corona-Pandemie hat Einfluss auf die Vorsorgebereitschaft. Elf Prozent der Bevölkerung haben wegen der aktuellen Situation eine Krebsfrüherkennung aufgeschoben, 16 Prozent einen Gesundheits-Check-Up und 22 Prozent einen Besuch beim Zahnarzt – vor allem Vorsorge- und Kontrolltermine. Das zeigt die aktuelle Erhebungsrunde des COVID-19 Snapshot-Monitorings (COSMO) der Universität Erfurt.

Dafür werden seit dem 3. März jede Woche über einen Online-Fragebogen das Wissen, die Risikowahrnehmung, das Schutzverhalten und das Vertrauen der Bevölkerung abgefragt. In die aktuelle Erhebung am 21. und 22. Juli waren 1001 Personen im Alter von 18 bis 74 Jahren einbezogen.

Zugang zur Versorgung hat sich verbessert

Der Zugang zur ärztlichen Versorgung hat sich für die meisten seit Beginn der Pandemie verbessert. Während im April noch 66 Prozent angegeben hatten, dass ihnen notwendige Arztbesuche möglich waren, ist der Anteil im Juli bereits auf 89 Prozent gestiegen. 82 Prozent gaben an, dass die Versorgung mit notwendigen Medikamenten sichergestellt ist, im April waren es 70 Prozent.

Die Corona-bedingten Verhaltensregeln werden von einem Großteil der Bevölkerung akzeptiert. Nach der aktuellen Befragung halten 85,5 Prozent immer oder häufig 1,5 Meter Abstand. 83,8 Prozent waschen sich 20 Sekunden lang die Hände und 89,2 Prozent tragen einen Mund-Nasenschutz. Nach der Erhebung halten sich Ältere häufiger an die AHA-Regeln als Jüngere, Frauen häufiger als Männer.

Die große Akzeptanz der AHA-Formel – Abstand, Hygiene, Alltagsmasken – sei ein positives Signal, sagt die Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Professor Heidrun Thaiss. „Sie zeigt, dass Solidarität und Rücksichtnahme auch und gerade in der Corona-Pandemie einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft haben.“

COSMO ist ein Gemeinschaftsprojekt der Universität Erfurt, des Robert Koch-Instituts, der BZgA, des Leibniz-Zentrums für Psychologische Information und Dokumentation, des Science Media Center, des Bernhard-Nocht-Instituts for Tropical Medicine und des Yale Instituts for Global Health.

Jedem Vierten gehen Lockerungen zu weit

Mit 57 Prozent war in der aktuellen Erhebung der überwiegende Teil der Befragten mit den zurzeit geltenden Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie und den Lockerungen zufrieden. 24 Prozent hielten die Lockerungen für übertrieben, 18 Prozent dagegen die Vorsichtsmaßnahmen.

Die COSMO-Befragungen zeigen, dass die Akzeptanz einer Impfung deutlich zurückgegangen ist. Mitte April wären 79 Prozent bereit gewesen, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen, in der aktuellen Erhebung nur noch 64,4 Prozent. Allerdings ist der Wert seit Ende Mai (60,8 Prozent) wieder etwas gestiegen (siehe nachfolgende Grafik).

Die Zustimmung zu einer möglichen Impfpflicht ist ebenfalls geringer geworden. Sie sank von 73,2 Prozent Mitte April auf 51,1 Prozent drei Monate später.

Mehr zum Thema

Tagesaktuelle RKI-Zahlen

Drei Kreise überschreiten Corona-Obergrenze

„EvidenzUpdate“-Podcast

Medizinisch überversorgt in der Corona-Pandemie?

Baden-Württemberg

Stützaktion für geriatrische Zentren

Das könnte Sie auch interessieren
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Vitamin C – ein Must-Have fürs Immunsystem

Immunmodulation

Vitamin C – ein Must-Have fürs Immunsystem

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Kognitive Fähigkeiten zerfallen: 1,6 Millionen Demenzkranke leben nach Schätzungen in Deutschland.

Welt-Alzheimertag

Neue Ansätze in der Demenz-Therapie

Viele Assistenzärzte konnten nicht nur während der Pandemie-Hochphase nicht in ihre eigentlichen Funktionsbereiche rotieren. Auch jetzt ist noch nicht überall der „Normalbetrieb“ wieder eingekehrt.

Ärzte berichten

Ärztliche Weiterbildung leidet unter Corona

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden