Volle Wartezimmer adé

App „Wart‘s Ab“ ermöglicht ein Warten auf den Arzttermin außerhalb der Praxis

Die vom Land Hessen und der TK geförderte App „Wart‘s Ab“ setzt darauf, Wartezeiten außerhalb der Praxis zu organisieren und die offenen Sprechstunde zu entlasten. Eine Teilnahme an der Pilotphase ist noch möglich.

Margarethe UrbanekVon Margarethe Urbanek Veröffentlicht:
Volles Wartezimmer: In Mittelhessen und dem Rhein-Main-Gebiet versucht man, solche Bilder künftig zu vermeiden – per App.

Volles Wartezimmer: In Mittelhessen und dem Rhein-Main-Gebiet versucht man, solche Bilder künftig zu vermeiden – per App.

© Patrick Pleul / dpa

Wiesbaden/Frankfurt. Eine neue App, über die Patienten kurzfristig informiert werden, wann ihr Behandlungstermin real stattfinden kann, soll das Wartezeitenmanagement in Hessens Arztpraxen erleichtern.

Die vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration (HMSI) sowie der Techniker Krankenkasse (TK) geförderte App „Wart’s Ab“ soll zunächst im Rahmen eines Pilotprojekts in 60 Praxen in Mittelhessen und dem Rhein-Main-Gebiet erprobt werden.

Ziel ist es, Patienten die Möglichkeiten zu geben, Wartezeiten flexibel außerhalb der Praxis zu nutzen und so die Ansteckungsgefahr im Wartezimmer zu reduzieren. Darüber hinaus sollen die offenen Sprechstunden entlastet werden.

Terminmanagement per Zahlencode

Das System besteht den Angaben zufolge aus einer Praxis-App sowie einer App-Version für Patienten. Das Praxisteam erzeuge über seine App einen Zahlencode, den der Patient dann in seine App eingebe.

„Praxis und Patient verständigten sich über den Zeitraum, den der Weg in die Praxis in Anspruch nimmt, damit die Abfolge der Behandlungen optimal geplant werden kann“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der Projektpartner.

Ist ein Behandlungszeitpunkt für den Patienten in Sicht, erhält er rechtzeitig via App eine Benachrichtigung vom Praxisteam und begibt sich auf den Weg zur Praxis. So könnten auch die offenen Sprechstunden entlastet werden, da freie Behandlungszeiträume flexibler kommuniziert werden können.

„Die Patienten reduzieren so nicht nur die Ansteckungsgefahr im Wartezimmer, sondern können die Wartezeit flexibel nutzen, zum Beispiel um sich bis unmittelbar vor dem Arzttermin zu Hause im Bett auszuruhen oder im Homeoffice weiterzuarbeiten“, sagt Dr. Barbara Voß, Leiterin der TK-Landesvertretung Hessen.

Anonyme Kommunikation zwischen Apps

Die Interaktion zwischen der Praxis- und Patienten-App laufe „völlig anonym ab“, wie es von TK und HMSI heißt. Es würden keine persönlichen Daten zwischen dem Smartphone des Patienten und der Arztpraxis ausgetauscht.

Auch wenn der Server gehackt würde, „könnte er nur Ziffernfolgen dem Hacker anbieten. Auch wir, als Betreiber des Wart’s Ab Systems, könnten nie erfahren, wer, wann, warum und wohin geht“, betont Projektleiter Professor Thomas Friedl von der TH Mittelhessen.

Teilnahme an Pilotphase noch möglich

Bis Ende April 2021 sollen 60 Pilot-Praxen das „Wart’s Ab“-System testen. Danach erfolgt eine wissenschaftliche Evaluation durch die TH Mittelhessen. Noch seien nicht alle Plätze für den Testlauf besetzt, heißt es. Interessierte Arztpraxen aus dem Raum Mittelhessen und dem Rhein-Main-Gebiet können sich unter www.warts-ab.org für eine Teilnahme bewerben.

Bei „Wart’s Ab“ handelt es sich um ein gemeinsames Projekt des HMSI, der TK Hessen und dem Start-up MyEPA UG . (mu)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Interview mit Johanna Ludwig von der gematik

Digitale Prozesse in der Arztpraxis neu denken

Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

© Paolese / stock.adobe.com (Model mit Symbolcharakter)

Neuer Therapieansatz bei erektiler Dysfunktion

Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Kranus Health GmbH, München

Weniger Bürokratie

Wie nützt Digitalisierung?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Herzinsuffizienz mit reduzierter Pumpfunktion

Niere schützen bei HFrEF – aber wie?

Nutzen überwiegt Risiken

Mammografie jetzt auch für Frauen ab 45

Lesetipps
Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?

© Gina Sanders / stock.adobe.com

Pro & Contra

Was bringt die Messung von Lipoprotein(a)?