Kommentar zu bayerischem Landarzt-Projekt

Auf leidenschaftliche Vorbilder kommt es an

Junge Landärzte zu finden, ist in vielen Gemeinden nicht einfach. Helfen können gute Ausbilder, die mit Herzblut dabei sind.

Von Michaela SchneiderMichaela Schneider Veröffentlicht:

Initiativen, die Lust aufs Landarzt-Leben machen sollen und wollen, gibt es zuhauf. Finanzielle Anreize? Ein Leihauto? Freizeitprogramm? Das alles sind sicher Pluspunkte. Für sich allein dürften sie einen jungen Menschen aber kaum überzeugen, für ein paar Monate aufs abgelegene Land zu ziehen, noch dazu in eine Gegend, von der er oder sie zuvor nie gehört hat.

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Es braucht ein anderes, nämlich Menschen, die vorleben, dass das Hausarzt-Dasein Berufung sein kann. Im mittelfränkischen Seenland eilt der gute Ruf den Medizinern voraus, unter Medizinstudentinnen und -studenten hat sich herumgesprochen: Dort praktizieren Hausärztinnen und Hausärzte, die ihren Job lieben und dies auch vermitteln; die sich die Zeit zum Ausbilden nehmen wollen. Es braucht kurzum noch viel mehr leidenschaftliche Vorbilder, die vorleben, wie viel Spaß es machen kann, als Landarzt zu arbeiten.

Der Erfolg spricht in Dr. Marc Metzmachers Hausarztpraxis im kleinen Städtchen Gunzenhausen für sich: Mehr Studierende fragen an, als er Plätze zu bieten hat; diese sind, Stand heute, bis Ende 2022 ausgebucht. Nicht alle derer, die bei ihm hineinschnuppern, werden sich später als Hausärzte niederlassen, keine Frage. Aber einige werden, wenn der Leidenschaftsfunke überspringt, das Landarzt-Dasein als Möglichkeit im Hinterkopf behalten. Und damit ist viel gewonnen.

Schreiben Sie der Autorin: wi@springer.com

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