Uniklinik Heidelberg

Bluttest-Affäre zieht weitere Personalkreise

Im Zuge der Causa Heiscreen werfen zwei weitere Spitzenpersonalien des Universitätsklinikums Heidelberg hin.

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Am Universitäts-Klinikum Heidelberg zieht die Affäre um Bluttests für Brustkrebs weiter Kreise.

Am Universitäts-Klinikum Heidelberg zieht die Affäre um Bluttests für Brustkrebs weiter Kreise.

© dpa

HEIDELBERG. Die Affäre um Bluttests für Brustkrebs an der Universitätsklinik Heidelberg zieht weitere personelle Veränderungen nach sich. Wie der Aufsichtsrat am Dienstag mitteilte, legen die Vorstandsvorsitzende des Universitätsklinikums Professor Annette Grüters-Kieslich und die Kaufmännische Direktorin Irmtraut Gürkan ihre Ämter vorzeitig nieder. Diese Schritte machten den Weg frei für einen Generationswechsel an der Spitze des Universitätsklinikums, heißt es. Zuvor war bereits der Geschäftsbereichsleiter Recht der Uniklinik, Markus Jones, freigestellt worden sowie der Dekan der Medizinischen Fakultät zurückgetreten.

Die Vorstandsvorsitzende Grüters-Kieslich werde ihr Amt zum 31. Oktober 2019 zur Verfügung stellen und in der verbleibenden Zeit unter anderem weitere Planungen zu Strukturreformen im Vorstand vorantreiben, heißt es. „Aufgrund der Geschehnisse der letzten Monate bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es richtig ist, mein Amt vorzeitig zur Verfügung zu stellen“, wird Grüters-Kieslich zitiert. „Wir haben als Vorstand besonders in der Krise nicht konzertiert genug agiert. Wir brauchen Strukturreformen. Diese Veränderung einzuleiten, wird die wichtigste Aufgabe des neuen Leitungsgremiums sein“, sagte sie.

Gürkan tritt bereits zum 31. Juli 2019 zurück. Die Aufgaben des Kaufmännischen Direktors wird kommissarisch Hartmut Masanek, Geschäftsbereichsleiter Finanzen, übernehmen. Daneben soll eine Personalberatung damit beauftragt werden, den Aufsichtsrat bei der Neubesetzung der Vorstandsämter zu unterstützen. So übernimmt Professor Hans-Georg Kräusslich als erster Stellvertreter des Dekans dessen Amtsgeschäfte bis zum Ende der aktuellen Wahlperiode. „Eine konstruktive Aufarbeitung bedingt eine vertrauensvolle enge Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsrat. Diese ist nicht mehr möglich“, wird Gürkan zitiert. Sie hält laut Mitteilung eine deutlichere Definition der Töchter und Ausgründungen des Klinikums für notwendig.

Hintergrund der personellen Änderungen ist die verfrühte Präsentation eines Bluttests für Brustkrebs durch den Chef der Frauenklinik, Christof Sohn, der ihm herbe Kritik eingebracht hatte. Eine externe Kommission zur verfrühten Veröffentlichung hatte in einem Zwischenbericht „Führungsversagen, Machtmissbrauch und Eitelkeit“ in der Klinik festgestellt.

Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer nimmt die Rücktritte „mit Respekt zur Kenntnis“, wie aus einer Mitteilung ihres Ministeriums hervorgeht. Der Schritt ermögliche den aus ihrer Sicht notwendigen Neuanfang im Klinikum. „Was die Hauptverantwortung für den angekündigten Brustkrebs-Bluttest von HeiScreen und damit den Leitungs- und Budgetverantwortlichen für das entsprechende Forschungsprojekt angeht, ist es an Universitätsleitung und Vorstand des Universitätsklinikums, die notwendigen Konsequenzen zu ziehen“, so Bauer. (dab/dpa)

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