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Gesundheitsökonom

"DRG treiben Kliniken in die Menge"

Die Vergütung auf Basis der DRG lässt Investitionen außen vor, kritisiert ein Experte. Er fordert, den Basisfallwert flexibler zu gestalten.

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NEUBIBERG. Die Neuordnung der Krankenhausversorgung wird nach Ansicht des Gesundheitsökonomen Professor Günter Neubauer in der nächsten Legislaturperiode ganz oben auf der gesundheitspolitischen Tagesordnung stehen.

Das DRG-System verleite die Kliniken dazu, in die Menge zu gehen. Zwar würden die meisten Krankenhäuser bei einer Auslastung von im Durchschnitt 75 Prozent eine "schwarze Null" schreiben.

Dabei seien allerdings Investitionen und Abschreibungen noch nicht berücksichtigt, erklärte Neubauer beim Neubiberger Krankenhausforum. Deshalb gebe es nach wie vor einen Drang zur Menge.

Selektivverträge denkbar

Diese Entwicklung ließe sich jedoch durch eine bedingte Flexibilisierung des Basisfallwertes vermeiden. Bei den Vertragsverhandlungen könnten dann die örtlichen Anforderungen besser berücksichtigt werden, sagte Neubauer.

Denkbar seien auch Selektivverträge, die allerdings das gesamte Angebot eines Krankenhauses und nicht nur elektive Eingriffe umfassen müssten, regte er an. Ein dadurch ausgelöster Selektionsprozess würde so über kurz oder lang zu einem Bettenabbau führen.

Denn nach wie vor gebe es im Krankenhausbereich Rationalisierungsmöglichkeiten.

"Wer rationalisieren will, muss investieren können", gab Neubauer zu bedenken. Dies falle privaten Krankenhausbetreibern, die in den vergangenen Jahren enorme Marktanteile gewonnen haben, wesentlich leichter als öffentlichen Trägern.

Über Kooperationen nachdenken

Bayerns Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch (FDP) nutzte das Krankenhausforum für einen Vorstoß zur Neuordnung der Münchner Kliniklandschaft.

Jetzt sei es Zeit, über Kooperationen der Städtischen Kliniken und der Universitätskliniken in der Landeshauptstadt ernsthaft nachzudenken.

"Wenn man sich die Karte anschaut, sieht man, dass ein brutaler Wettbewerb herrscht", sagte Heubisch.

Jetzt müsse die Politik tätig werden und strukturpolitische Entscheidungen treffen, forderte der Ärztliche Direktor der Ludwig-Maximilians-Universität München Professor Karl-Walter Jauch.

Es habe sich gezeigt, dass zu viel Konkurrenz um knappe Ressourcen dazu führen könne, dass die Ergebnisse stationärer Behandlungen oftmals nicht optimal sind, erklärte er mit Blick auf US-amerikanische Untersuchungen bei Lebertransplantationen. Die Zahl der Zentren müsse begrenzt werden. (sto)

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