Augenärzte

Facharztzentrenverband kritisiert neuen EBM

Die EBM-Reform erschwert Augenärzten das Leben, die konservativ und operativ tätig sind, kritisiert ein Verband augenärztlicher Facharztzentren.

Veröffentlicht: 05.03.2020, 09:04 Uhr

Düsseldorf. Die jüngsten Reformen am Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM), die zum 1. April wirksam werden, gefährden die bisherige Versorgung der Intersektoralen augenärztlichen Facharztzentren (IFZ) an der Peripherie. So jedenfalls sieht es Dr. Jörg Koch, Aufsichtsratsvorsitzender von OcuNet, dem Verbund der IFZ.

Die EBM-Reform bestrafe die in den IFZ tätigen Augenärzte gleich mehrfach, so Koch. Für alle Augenärzte werden die fachärztlichen Grundpauschalen für gesetzlich Krankenversicherte abgewertet. Im Schnitt betrage die Kürzung rund neun Prozent. Augenärzte, die nur konservativ versorgen, können dies durch einen angehobenen Gebührenordnungszuschlag (GOP 06225 Bewertung bisher 111 Punkte, ab 1.4. 126 Punkte) kompensieren.

Wer jedoch nicht nur konservativ versorge, sondern auch operiere, darf diesen Zuschlag grundsätzlich nicht abrechnen. Dies treffe die in den IFZ tätigen Ärzte, die ihre Patienten häufig sowohl konservativ als auch chirurgisch versorgen.

Kürzung bei Kataraktoperationen

Zusätzlich müssen die operativ tätigen Augenärzte Honorarkürzungen bei Kataraktoperationen (GOP 31351; bisher 4058 Punkte, ab 1.4. 3754 Punkte) von 7,5 Prozent hinnehmen.

„Viele junge Augenärztinnen und Augenärzte wollen nicht ausschließlich konservativ oder auf dem Land tätig sein“, betont Koch. Die Kollegen seien jedoch bereit, an die Peripherie zu gehen, wenn sie außerdem an einem großen Standort operieren können.

Seiner Einschätzung nach „konterkariert die jüngste EBM-Reform diesen sinnvollen Aufgabenmix“. Zudem bestrafe sie „erfahrene Operateure, die immer noch Versorgungsaufgaben im konservativen Spektrum übernehmen“. OcuNet befürchtet aus diesem Grund, „dass große Zentren ihre Standorte an der Peripherie verringern“.

Zentren auch in der Peripherie präsent

„Die häufige Behauptung, große Zentren vernachlässigten die Versorgung in der Fläche, können wir mit gerade erhobenen Versorgungsdaten widerlegen“, so Dr. Ursula Hahn, Geschäftsführerin von OcuNet. Fast die Hälfte (49 Prozent) der 288 Standorte von OcuNet stehen für Patienten in ländlichen, dünn besiedelten Regionen zur Verfügung.

OcuNet vertritt als Verband 18 IFZ, die entweder als Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) oder als Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) aufgestellt sind. Außer in den Hauptbetriebsstätten werden in Nebenbetriebsstätten, wie Zweigpraxen oder belegärztlichen Abteilungen Patienten versorgt. Insgesamt vertritt OcuNet nach eigenen Angaben 288 Standorte mit 783 approbierten Ärzten, von denen 75 Prozent Fachärzte für Augenheilkunde sind. Damit sind laut OcuNet „rund neun Prozent aller vertragsärztlich tätigen Augenärzte in einem der einzelnen Zentrentätig“. (syc)

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