Kommentar

Fraglicher Mutterschutz

Anke ThomasVon Anke Thomas Veröffentlicht:

Mit der Novellierung des Mutterschutzgesetzes wollte der Gesetzgeber besser auf die Bedürfnisse von schwangeren und stillenden Frauen eingehen. Ob das mit Gefährdungsbeurteilungen der Arbeitsplätze, Dokumentationen darüber oder der Möglichkeit bis 22 Uhr arbeiten zu dürfen gelingt, ist sehr fraglich.

Denn die eher bürokratisch ausgestalteten Pflichten bedeuten für Arbeitgeber letztendlich lästige Mehrarbeit. Und ein Arbeitgeber, der es mit seinen Fürsorgepflichten noch nie so genau genommen hat, wird dank des neuen Gesetzes nun gewiss keinen Sinneswandel durchlaufen.

Auch wenn das Einverständnis der Schwangeren vorausgesetzt wird, kann die Regelung, zum Beispiel bis 22 Uhr arbeiten zu dürfen, Druck aufbauen. Denn eine Schwangere wird gegenüber ihrem Arbeitgeber vielleicht einknicken, wenn er auf Arbeit nach 20 Uhr drängt.

Den eh schon bürokratiegeplagten Ärzten dürften die neuen Vorgaben die Zornesröte ins Gesicht treiben. Schließlich liegt es nahe, dass gerade Ärzten, die sich täglich um die Gesundheit ihrer Patienten kümmern, der Schutz von werdenden und stillenden Müttern zur Berufung gehört. Dass auch diese Berufsgruppe sich mit den neuen Pflichten auseinandersetzen muss, ist schlichtweg bitter.

Lesen Sie dazu auch: Gesetzesänderung: Diese neuen Pflichten beim Mutterschutz müssen Praxis-Chefs kennen

Mehr zum Thema

Einigung auf neuen MFA-Tarifvertrag erzielt

Ab März mehr Gehalt für MFA in Haus- und Facharztpraxen

Strittiger Punkt auf den letzten Metern

MFA-Tarifpartner schnüren Paket überraschend wieder auf

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

EFI-Jahresgutachten 2024 übergeben

KI: Harter Wettbewerb auch in der Medizin

Lesetipps
Arzt zeigt Patienten eine App auf dem Handy.

© DragonImages / Getty Images / iStock

EPatient Survey

E-Health: Die Patienten stimmen mit den Füßen ab