Rheumatoide Arthritis

GBA macht Weg frei für eigenes Rheuma-DMP

Der GBA gibt grünes Licht für ein strukturiertes Behandlungsprogramm für Rheuma-Patienten: Zu den therapeutischen Zielen gehört in erster Linie eine möglichst lang anhaltende Remission.

Von Matthias WallenfelsMatthias Wallenfels Veröffentlicht:
Rund eine Million Patienten könnten in Deutschland von dem neuen DMP rheumatoide Arthritis profitieren, ist sich der GBA sicher.

Rund eine Million Patienten könnten in Deutschland von dem neuen DMP rheumatoide Arthritis profitieren, ist sich der GBA sicher.

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Berlin. Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hat am Donnerstag den Weg für Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) geebnet, sich künftig in einem strukturierten Behandlungsprogramm (Disease Management Programme/DMP) leitliniengerecht betreuen und im Umgang mit ihrer Erkrankung schulen zu lassen. Dazu hat er die Details zur Teilnahme und den verschiedenen medizinischen Versorgungsaspekten beschlossen. Die rheumatoide Arthritis zählt zu den häufigsten rheumatischen Erkrankungen, etwa ein Prozent der Erwachsenen in Deutschland sind betroffen. Das neue DMP steht laut GBA zur Verfügung, sobald die gesetzlichen Krankenkassen mit Ärzten und/oder Krankenhäusern Verträge zur praktischen Umsetzung des DMP abgeschlossen haben.

Das DMP richtet sich laut GBA an erwachsene Patientinnen und Patienten mit einer gesicherten RA-Diagnose. Eine sorgfältige Diagnostik sei zum einen geboten, um die vielfältigen nicht-entzündlich-rheumatischen Ursachen für Beschwerden – vor allem von degenerativen Gelenkveränderungen – abzugrenzen. Zum anderen sei sie aber auch entscheidend, um den weiteren Verlauf der Erkrankung abzuschätzen und die optimale therapeutische Strategie zu wählen, so der GBA.

Zu den therapeutischen Zielen des DMP gehört es in erster Linie, eine möglichst lang anhaltende Remission oder eine niedrige Krankheitsaktivität zu erreichen. Gelenkschäden sollen vermieden, die Funktionalität und Beweglichkeit verbessert und Schmerzen reduziert werden. Die vorgesehene Behandlung von Begleiterkrankungen trägt ebenfalls dazu bei, die Lebenserwartung der Patientinnen und Patienten zu verlängern, hebt der GBA hervor.

Die therapeutischen Maßnahmen, die der GBA in die DMP-Anforderungen aufgenommen hat, reichen von lebensstilbezogenen Schulungen über Physio- und Ergotherapie bis hin zu Empfehlungen für eine medikamentöse Therapie mit Glukokortikoiden oder mit krankheitsmodifizierenden Antirheumatika in drei Therapiestufen und einem „Ausschleichen“ der Arzneimittelgabe.

Der GBA legt den Beschluss nun dem Bundesministerium für Gesundheit zur Prüfung vor. Nach einer Nichtbeanstandung treten die Anforderungen an das DMP Rheumatoide Arthritis am ersten Tag des auf die Veröffentlichung im Bundesanzeiger folgenden Quartals in Kraft. Anschließend können Verträge zur praktischen Umsetzung beschlossen werden.

Der GBA hat gemäß § 137f SGB V die Aufgabe, chronische Erkrankungen auszuwählen, die für ein DMP geeignet sind. Die Anforderungen an das DMP Rheumatoide Arthritis und die Dokumentation werden dann von ihm in der DMP-Anforderungen-Richtlinie geregelt.

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