Produktvorstellung

Health-Apps auf Behördenbesuch

Von der Blutzuckermessung via Mini-Laser bis zum virtuellen Migräne-Tagebuch. Das BfArM hat vier Start-ups zur Präsentation nach Bonn eingeladen – und wollte wissen, welche Innovationen sie anbieten.

Von Nina Nöthling Veröffentlicht: 28.03.2019, 06:28 Uhr
Health-Apps auf Behördenbesuch

Gesundheits- und Befindlichkeitsmanagement für die Westentasche: Health-Apps liegen scheint’s voll im Trend.

© cirquedesprit / Fotolia

BONN. Geschäftsmodelle vieler App-Anbieter zielen darauf, Patienten mit chronischen Erkrankungen zu unterstützen. Das Potenzial entsprechender Projekte beleuchten Bundesgesundheitsministerium und Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in der Reihe „Innovation trifft Politik“. Vier Start-ups stellten sich am Dienstag vor.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sprach sich im Grußwort zu der Veranstaltung für Offenheit gegenüber Innovationen aus. „Wir sind Regulator und müssen in der Gesetzgebung sowie der Umsetzung mitaufpassen, das Regeln eingehalten werden“, so Spahn. „Gleichzeitig wollen wir aber auch Dinge ermöglichen.“

Eine Methode, um ohne Nadel den Blutzucker zu messen, präsentierte das Unternehmen DiaMonTech (Diabetes Monitoring Technology). Mithilfe eines Quantum-Cascade-Lasers und eines Sensors werden Glukosemoleküle in der Haut gemessen.

Der Patient merkt davon nichts, sagte DiaMonTech-Chef Thorsten Lubinski. Bisher gebe es nur einen Prototypen. Letztendlich soll es aber einen Sensor etwa für Armbänder geben. Er soll alle fünf Minuten das Glukose-Level messen und bei zu niedrigen/zu hohen Werten den Patienten warnen. Auf lange Sicht könne das System an Insulinpumpen angeschlossen werden.

Migräne und Depression

Das Start-up Newsenselab stellte seine App für Migränepatienten vor. Sie besteht aus einem Tagebuch, in dem der Patient festhält, wann, wie oft und wie stark die Kopfschmerzen auftreten, und einer Therapie-App („M-Sense active“).Diese bietet Therapieansätze wie progressive Muskelentspannung, autogenes Training und Atem-Meditation.

Die App kann Einflussfaktoren und Auslöser analysieren und Auffälligkeiten herausfiltern. Das Tagebuch ist kostenlos, M-Sense active kostet 8,- Euro im Monat. Es soll langfristig als Medizinprodukt zugelassen werden, sagte Geschäftsführer Dr. Markus Dahlem. „Wir sehen hier die Krankenkassen in der Pflicht, dafür zu zuzahlen.“ Ein Projekt der Charité Berlin erforscht zudem, ob sich mit der App die Häufigkeit der Migräneattacken senken lässt.

Das Berliner Start-up Selfapy kombiniert Onlinetherapie für Depressive mit wöchentlichen Psychologen-Gesprächen. „Therapie funktioniert nicht rein digital, es braucht die menschliche Ansprache“, so Mitgründerin Farina Schurzfeld.

Die Durchhaltequote über ein 12-wöchiges Programm lag bei Selfapy bei 92 Prozent. „Reine Onlinetherapien haben eine Durchhaltequote von rund 5 Prozent“, sagte sie. Unter anderem erstatten die DAK, die Barmenia und die DKV ihren Versicherten die Selfapy-Kurse.

App zum selber bauen

Das vierte Projekt Jumedi ist ein Baukasten, der es Ärzten, Kliniken und Versicherern ermöglicht, Apps für chronisch kranke Patienten zu entwickeln. Es können Lernmodule, Tagebücher und Fragebögen eingebaut werden. Zudem ist ein Chatmodul verfügbar, über den Patienten direkt mit Ärzten kommunizieren können.

Das Start-up hat vorgefertigte Apps für sieben Krankheitsbilder, etwa Herzinsuffizienz. „Aber mit dem Baukasten kann für jede chronische Krankheit eine App erstellt werden“, versichert Marius Bosch, Bereichsleiter Projekt- und Prozessmanagement.

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