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COVID-19-Tracing

Kritik am Tempo der Regierung bei Corona-App

Die Entwicklung der Corona-Tracing-App geht nur schleppend voran. Die Regierung habe zu lange das Potenzial von Gesundheitsdaten verkannt, kritisiert der Bundesverband Gesundheits-IT.

Margarethe UrbanekVon Margarethe Urbanek Veröffentlicht:

Berlin. Vor der Sondersitzung des Digitalausschusses des Bundestages am Mittwoch hat der Vorsitzende des Gremiums das Tempo der Bundesregierung bei der Entscheidung über eine Corona-Warn-App kritisiert. „Mit der Corona-App läuft die Bundesregierung der Zeit bei einem Digitalprojekt wieder einmal gnadenlos hinterher“, sagte Manuel Höferlin (FDP).

Die Mitglieder des Ausschusses wollen von Staatsministerin Dorothee Bär (CSU) an diesem Mittwoch wissen, wie es mit dem Projekt jetzt weitergeht. Die Bundesregierung hatte am Dienstag mitgeteilt, dass ihre Corona-Warn-App federführend von der Deutschen Telekom und dem Software-Konzern SAP entwickelt werden soll. Die Fraunhofer-Gesellschaft und das Helmholtz-Institut CISPA sollen beraten.

Zuvor hatte die Bundesregierung Abstand von einer zentralisierten Datenspeicherung genommen, die von der Initiative PEPP-PT bevorzugt worden war. Allerdings sah ihr Konzept auch eine Option für eine dezentrale Speicherung vor. Die internationale Initiative will ihr Know-how nun auch den von der Bundesregierung beauftragten Unternehmen bereitstellen.

bvitg: Potenzial von Gesundheitsdaten enorm

Der Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg) kritisiert indes, dass die Diskussion um Tracing-Daten zu spät geführt wurde und damit Zeit verloren ging. „Es braucht endlich einen Konsens darüber, was eine vertrauensvolle Umgebung für den sicheren und nutzenstiftenden Umgang mit Gesundheitsdaten, deren Erhebung und auch deren Spende ist“, so bvitg-Geschäftsführer Sebastian Zilch.

Der Verband appelliert in diesem Zusammenhang an alle Akteure, den Dialog über Gesundheitsdaten und deren ethisch vertretbare Erhebung auch losgelöst von der Pandemie-Lage weiterzuführen. Es zeige sich derzeit, „dass wir es uns nicht länger leisten können, das enorme Potenzial dieser Daten brach liegen zu lassen“, so Zilich in einer Mitteilung des Verbandes.

Wann die deutsche Corona-Tracing-App an den Start gehen kann, ist nach derzeitigem Kenntnisstand ungewiss. (mit Material von dpa)

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