Arztsuche

Künstliche Intelligenz als Partner?

Die Einbindung Künstlicher Intelligenz in die Arztsuche verspricht Patienten wie Ärzten neue Optionen, so ein Branchenkenner.

Matthias WallenfelsVon Matthias Wallenfels Veröffentlicht:

MÜNCHEN. Dem Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in der Medizin wird von Branchenexperten großes Potenzial zugetraut – vor allem bei der Auswertung von Daten zum Beispiel für die Präzisionsmedizin, hier insbesondere in der Onkologie. Für Dr. Florian Weiß, CEO des Arztempfehlungsportals Jameda, könnte KI in Zukunft auch die Arztsuche erleichtern. "KI kann bei der Identifikation geeigneter Experten für die jeweilige Suchanfrage helfen, Zusammenhänge zu verstehen und relevante Merkmale und Eigenschaften von Ärzten zu identifizieren, die Aufschluss auf deren Expertise ermöglichen", so Weiß im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung".

Mehr Transparenz

Dafür seien aber gerade die Ärzte gefordert, mehr Transparenz im Sinne der Patienten zu üben. "Denn eine wichtige Quelle für zahlreiche relevante Daten sind natürlich die Ärzte selbst", sagt er. Generell stehe bei dem Unternehmen die Entwicklung eines besseren Verständnisses der teilweise unstrukturierten Suchanfragen durch Patienten im Fokus. Hier könne KI helfen, "Relationen und Muster zu erkennen, die Aufschluss auf die hinter den Suchbegriffen stehenden wahren Bedürfnisse geben", verdeutlicht Weiß, dessen Portal im Juli sein zehnjähriges Bestehen feiert. Bis es zum flächendeckenden Einsatz der KI bei Arztsuchen kommt, wird es wohl noch etwas dauern.

Um das Thema Digitalisierung kommen die Ärzte in puncto Praxismarketing indes nicht herum, prophezeit Weiß mit Blick auf Studien im Auftrag seines Hauses. So würden Ärzte zunehmend als Dienstleister wahrgenommen, an die hinsichtlich Service und Digitalisierung die hohen Maßstäbe anderer Branchen angelegt werden. Könne etwas aus Sicht des Patienten einfacher und besser online abgebildet werden, so werde es künftig auch eingefordert. Zudem verliere der Arzt durch die steigende Transparenz im Internet den "Nimbus des Allwissenden".

Digitale Angebote aus anderen Lebensbereichen würden folgerichtig vermehrt auch beim Arzt als selbstverständlich angesehen. So wünschten sich drei Viertel der Patienten, ihren Arzttermin direkt online vereinbaren zu können. Ein Viertel möchte Ärzte zudem per Online-Videosprechstunde konsultieren können. Ärzte müssen sich im Wettbewerb um Patienten immer stärker differenzieren – Service und Digitalisierung werden zum Wettbewerbsfaktor, mahnt Weiß Praxischefs, den Online-Anschluss nicht zu verpassen.

Wettbewerbsfaktor

Gerade in Großstädten bestehe eine hohe Dichte an Arztpraxen. Patienten suchten sich ihre Fachärzte aus einem großen Angebot entsprechender Praxen aus. "Mit digitalen Services können sich Ärzte als moderne, innovative Praxis positionieren und sich damit vom Wettbewerb abgrenzen", so Weiß. Digitale Angebote sprächen insbesondere jüngere Patienten an. So gibt mehr als jeder zweite Patient zwischen 25 und 44 Jahren an, einen Arzt mit Online-Terminbuchung einem ohne diese Möglichkeit vorzuziehen.

Gleichzeitig warnt Weiß Ärzte davor, sich der Praxistreue ihrer Patienten künftig zu sicher zu sein. "Die Loyalität auf Patientenseite nimmt mit steigender Transparenz über die Qualität und Expertise von Medizinern ab, der Patient sucht sich den entsprechenden Experten für seine aktuelle Erkrankung."

Als Trend sieht Weiß, dass die Spezialisierung und Positionierung auf Arztseite weiter zunehmen wird. Das Internet ermögliche es Ärzten, sich als Experten zu positionieren und Patientengruppen gezielt anzusprechen – gerade in Metropolregionen werde ein klar erkennbares Profil für Ärzte im Wettbewerb erfolgskritischer.

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