Corona-Warn-App

Laborärzte beklagen fehlende Häkchen auf Testformular

Noch immer fehlt im Laborauftrag häufig die Zustimmung der Getesteten zur Weiterleitung in Richtung Corona-Warn-App. Darüber ärgern sich die Laborärzte und fordern von Zuweisern mehr Aufmerksamkeit.

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Ein Kreuz oder Häkchen vergessen? Was beim Kassenrezept Ärzten einen Regress einbringen kann, hätte für Patienten auf dem Laborauftrag keine schlimmen Folgen, weil der Datenschutz über die Warn-App gesichert ist. Dennoch fehlt die Zustimmung für die Weitergabe des Testergebnisses an die Corona-Warn-App immer noch häufig.

Ein Kreuz oder Häkchen vergessen? Was beim Kassenrezept Ärzten einen Regress einbringen kann, hätte für Patienten auf dem Laborauftrag keine schlimmen Folgen, weil der Datenschutz über die Warn-App gesichert ist. Dennoch fehlt die Zustimmung für die Weitergabe des Testergebnisses an die Corona-Warn-App immer noch häufig.

© johannesspreter / stock.adobe.com

Berlin. 750.000 Testergebnisse konnten bisher via Corona-Warn-App an das RKI übertragen werden, wovon rund 2100 viruspositiv waren, so der Bundesverband Deutscher Laborärzte (BDL). Diesen Missstand wollen die Laborärzte beheben und formulieren erneut einen Appell an Arztpraxen, Krankenhäuser und Abstrichstellen, in denen durch unterstützende Aufklärung die Zustimmung der Getesteten eingeholt werden müsse. Nur dann könne die Corona-Warn-App einen noch größeren Beitrag dazu leisten, „den gefürchteten zweiten Lockdown zu verhindern“.

Zum Hintergrund: Auf dem Anforderungsformular für den PCR-Test auf eine SARS-CoV-2-Infektion muss die Zustimmungserklärung zur anonymisierten Übermittlung des Testergebnisses angekreuzt werden.

Seit Mitte Juni wurde die Corona-Warn-App gemäß der RKI-Statistik (Stand 1. September) 17,8 Millionen mal heruntergeladen. Die RKI-Statistik weist seit Mitte Juni 7,37 Millionen Tests aus, davon 61.763 mit positivem Ergebnis (Stand 30.08.).

Der BDL-Vorsitzende Dr. Andreas Bobrowski betont laut Mitteilung: „Wir investieren viel, damit die App funktioniert, der Nutzen bleibt aber eng begrenzt, weil die Ergebnisse nicht an die App gemeldet werden dürfen.“ Die Kollegen in den Laboren ärgere das krasse Missverhältnis von Infektionstests zu erlaubten Meldungen an die App, so der BDL. Nur ein Häkchen auf dem Anforderungsschein in der Teststelle mache die Corona-Warn-App erfolgreich.

Laborauslastung bleibt trotz Ferienendes sehr hoch

Die Laborärzte der Akkreditierten Labore in der Medizin ALM e.V. (ALM) haben am Dienstag erneut auf einen weiterhin hohen Bedarf an PCR-Diagnostik hingewiesen. Nach der wöchentlichen Datenauswertung der Labore wurden in der 36. Kalenderwoche nach Angaben von insgesamt 156 Laboren 934.348 (Vorwoche 981.556 PCR-Tests auf SARS-CoV-2 durchgeführt, von denen wie in der Vorwoche 0,7 Prozent positiv waren. Der Auslastungsgrad der Labore blieb bundesweit mit 85 Prozent sehr hoch. Die Testkapazitäten stiegen für die aktuelle Woche KW 37 auf 1.194.234 Tests.

Dies zeige, so der ALM, dass „trotz Ferienendes in den meisten Bundesländern noch keine Entspannung eingekehrt“ sei. Es fehlten bereits an vielen Stellen Verbrauchsmaterialien und Reagenzien, die auch für Erreger wie HIV, Hepatitis B und C und HPV benötigt werden. Zudem kämen im Herbst die noch saisonal bedingten Tests hinzu. Der Ärzte des ALM wiederholen deshalb ihre Forderung nach einer „baldigen Schärfung der Teststrategie“.

Laborärzte sehen Aufhebung des Pandemiestatus kritisch

Den Gesetzentwurf der FDP-Bundestagsfraktion, die den Pandemiestatus wieder aufheben will, beurteilt der ALM demnach kritisch. Man dürfe die Situation nicht unterschätzen. Dagegen begrüßt der ALM die Beschlüsse der Gesundheitsministerkonferenz, die einen Bund-Länder-Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD). Demnach sollen rund vier Milliarden Euro in den ÖGD als Unterstützung fließen und unter anderem 5000 neue Stellen geschaffen werden.

Für Ärger beim ALM sorgt derweil einmal mehr Martin Litsch, der Chef des AOK-Bundesverbandes. Er hatte erneut verlangt, die Kosten der SARS-CoV-2-PCR-Tests zu senken. „Die Ausgaben zu Lasten der Leistungserbringer zu kürzen, bringt das Land nicht weiter“, wird ALM-Vorstandsvorsitzender Dr. Michael Müller in der Mitteilung des ALM e.V. zitiert. (syc/ger)

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