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Windows XP

Manchem fällt der Abschied schwer

Am liebsten würde Dr. Thomas Disselbeck alles beim Alten lassen - doch schließlich hat sich der Kölner HNO-Arzt doch dazu durchgerungen, seine Praxis-IT von Windows XP auf ein neues Betriebssystem umzustellen.

Ilse SchlingensiepenVon Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht:
Microsoft stellt den Support für Windows XP ein. Nicht jeder Arzt ist begeistert.

Microsoft stellt den Support für Windows XP ein. Nicht jeder Arzt ist begeistert.

© 18percentgrey / fotolia.com

KÖLN. An den 8. April 2014 mag Dr. Thomas Disselbeck nicht gerne denken. An diesem Tag stellt der Software-Gigant Microsoft den Support für das Betriebssystem Windows XP ein.

Deshalb wird der Hals-Nasen-Ohren-Arzt aus Köln seine Praxis auf Windows 7 umstellen. Freiwillig tut er das nicht.

"Ohne Not würde ich eine solche Investition nicht mehr tätigen", sagt der 57-jährige Disselbeck. Die Hardware, die er zurzeit in Betrieb hat, ist fünf oder sechs Jahre alt. "Da läuft alles rund."

Seit einem Jahr hat ihn sein Praxissoftware-Hersteller medatixx mit jedem Update darauf hingewiesen, dass die Uhr tickt und das Ende von Windows XP immer näher rückt. Notgedrungen hat sich der niedergelassene Arzt informiert und schließlich für seine Praxis fünf neue Arbeitsplätze bestellt.

Einer von ihnen ist speziell für Hörtests eingerichtet. Außerdem benötigt die Praxis auch einen neuen Server. Zusammen kommt er auf Ausgaben von rund 12.000 Euro. Disselbeck: "Das ist eine Menge Geld."

"Bin kein Technik-Verweigerer"

Hinzu kommt der Aufwand für die Installation der neuen Geräte und die Vernichtung der alten. Alles in allem rechnet er damit, dass die Umstellung 15.000 Euro kosten wird. "Dafür könnte ich viele schöne und sinnvolle Dinge für die Praxis anschaffen."

Außerdem muss der HNO-Arzt für die Umrüstung einen Tag lang seine Praxis schließen. Er sei kein Technik-Verweigerer, betont Disselbeck. "Meine Praxis ist voll digitalisiert."

In den vergangenen 20 Jahren hat er drei Mal die Hardware erneuert. Jeweils gab es gute Gründe dafür. Jetzt ist die Situation anders - er folgt bei der Neuanschaffung nicht den eigenen Wünschen, sondern dem Druck von außen.

Disselbeck findet es absurd, dass er sich von dem stabilen Windows XP verabschieden muss. "Ich kann nur hoffen, dass es mit dem neuen System genauso gut laufen wird." Wenigstens müssen er und sein Team keine speziellen Schulungen absolvieren, um für die Arbeit mit Windows 7 arbeiten zu können.

Hoffen auf reibungslose Umstellung

Der Arzt hofft, dass die Installation der neuen PC problemlos vonstatten geht und vor allem, dass danach alles funktioniert. Er weiß, dass dies nicht so sein muss. "Die Digitalisierung der Praxis hat mich acht Wochen Schweiß und Tränen gekostet", sagt er. Es sei mühsam, 95 Patienten am Tag zu versorgen, wenn die EDV hakt.

Er habe lange überlegt, ob er nicht auf die Umstellung verzichten soll, berichtet Disselbeck. Schließlich sei die Praxis kaum online aktiv. Das Internet brauche er nur für die Fernwartung durch medatixx und die Online-Abrechnung an die KV Nordrhein.

Aber: "Die KV hat mir gesagt, dass ich mich guten Gewissens eigentlich nicht verweigern kann." Er könnte sich in eine rechtlich schwierige Situation begeben, wenn er sich einen Virus einfängt.

Ein weiteres Argument für die Verabschiedung vom alten Betriebssystem: Die Software-Updates werden nicht mehr XP-fähig sein.

Schweren Herzens hat sich Disselbeck deshalb entschlossen, das viele Geld für eine - wie er findet - absurde Investition in die Hand zu nehmen: "Für die Software-Unternehmen und die Hardware-Hersteller ist das jedenfalls eine Lizenz zum Gelddrucken."

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Kommentare
Bernhard Seuling 03.04.201412:59 Uhr

Auch das Ende von Windows 7 ist absehbar

Herr Dr. Disselbeck sollte sich schon mal den 14. Januar 2020 vormerken, da ist es mit Windows 7 ebenfalls vorbei. Windows 8 ereilt es erst am 10. Januar 2023.

Warum also also jetzt auf das alte Windows 7 umstellen?

Carl Scherer 01.04.201409:13 Uhr

Geld zum Fenster rauswerfen

Wie immer im Kassenarztsektor. Völlig sinnlose Geldausgabe und Vernichtung laufender Hard-und Software auf Befehl von oben .
Allein die EDV kostet mittlerweile schon soviel wie ein Azubi
früher , als man sich noch welche leisten konnte.
Und die vergeudete Zeit bei den berühmten Updates erst und die
nervliche Belastung bei der 3-wöchigen Umstellung, bis alles
einigermassen wie vorher läuft .
Niederlassung ? Nie wieder , junge Kollegen ,lasst die Finger
davon !

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