Apothekerdachverband ABDA

Mehr Geld, Festpreis für alle!

Gesundheitsminister Spahn solle „nachbessern“: Die Apotheker fordern mehr Geld für neue Dienstleistungen.

Veröffentlicht:

BERLIN. Der Apothekerdachverband ABDA begrüßt die Pläne des Bundesgesundheitsministers zur anstehenden Apothekenreform nur teilweise. Dem Vorschlag, die Preisbindung für verschreibungspflichtige Arzneimittel im Sozialgesetzbuch zu verankern, wird zugestimmt. Was insofern nicht verwundert, als die ABDA diese Idee selbst ins Spiel gebracht hatte, die dann von Unionspolitikern aufgegriffen wurde.

Ursprünglich wollte Spahn ausländischen Versandapotheken 2,50 Euro Bonus pro Rx-Packung erlauben, um das hiesige Arzneimittelrecht mit einem EuGH-Urteil in Deckung zu bringen, wonach ausländische Versender Rezeptboni gewähren dürfen.

Allerdings, so die ABDA, müsse die avisierte sozialrechtliche Preisbindung „auch für Privatpatienten gelten, die rezeptpflichtige Medikamente bei ausländischen Versandhändlern bestellen“. Wie das zu bewerkstelligen sei, sagt die ABDA nicht. Denkbar wäre eine Verschränkung der Preistreue mit den im SGB V vorgesehenen Herstellerrabatten, die auch den Privaten zustehen. Nicht erfasst wären dabei jedoch PKV-Kunden, die in Erwartung einer Beitragsrückerstattung Medikamentenkosten gar nicht erst einreichen.

Auch das von Spahn zuletzt zugesagte Finanzierungsvolumen für neue pharmazeutische Dienstleistungen – jährlich 100 Millionen Euro – reicht der ABDA nicht. Das Ministerium müsse „zu den bereits im Dezember zugesagten Mitteln für zusätzliche pharmazeutische Dienstleistungen zurückkehren“. Spahn hatte zunächst 240 Millionen Euro in Aussicht gestellt. (cw)

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