Teleradiologie

Mobile Röntgenpraxis im Test

Eine mobile Radiologenpraxis wird derzeit in Potsdam getestet. Bewährt sich das Projekt, könnten davon Ärzte und Patienten nicht nur unterversorgte Regionen in Deutschland, sondern auch weltweit profitieren.

Veröffentlicht:

POTSDAM. Das Ernst von Bergmann Klinikum in Potsdam testet eine mobile Radiologiepraxis, die weltweit zur Versorgung von Patienten eingesetzt werden soll.

In 14 Schiffscontainern könne eine komplette Praxis mit einem Magnetresonanztomografen (MRT) und einem Computertomografen (CT) in schlecht versorgte Regionen gebracht werden, erläuterte André Glardon am 26. Juni in Berlin. Glardon ist Geschäftsführer der Medneo GmbH, die "Radiologen, medizinischen Versorgungszentren und Krankenhäusern Diagnostik on demand" anbietet.

In der kommenden Woche wolle sich eine Delegation aus Nigeria den Prototypen in Potsdam anschauen. "Nigeria hat rund 170 Millionen Einwohner, aber dort gibt es weniger Radiologen als in Berlin", so Glardon.

Ziel sei es, vor Ort mit einer Medizinisch-Technischen Assistenz Bilder anzufertigen und an ein Expertenzentrum in Deutschland zu überspielen, sagte Glardon. Die Spezialisten könnten dann Befunde erstellen und eine Behandlung empfehlen.

"Gerade in den Entwicklungs- und Schwellenländern ist geschultes medizinisches Personal knapp", so Glardon. Das Expertenzentrum könne die Apparate in einem weiteren Schritt so weit fernsteuern, dass die Assistenz nur noch die richtige Lagerung des Patienten und eine Notfallversorgung sicherstellen müsse.

"Tele-Radiologie ist derzeit ein großes Thema", sagte der Sprecher der Deutschen Röntgengesellschaft, Florian Schneider, zu dem Projekt. "In den USA ist es zum Beispiel möglich, die Bilder von Spezialisten in Indien befunden zu lassen."

In Deutschland sei die Beziehung zwischen dem Patienten und dem Arzt, der den Befund erstellt, strenger geregelt. Mit Tele-Radiologie würden aber etwa am Uniklinikum Greifswald nachts und an Wochenenden die Befunde zu nahezu allen im Land erstellten Röntgenbildern erstellt. (dpa)

Mehr zum Thema

Deutscher Kongress für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Angststörungen: Online-Therapie in Leitlinie aufgenommen

Gemeinsamer Bundesausschuss

Telefon-AU bis Ende September verlängert

Fernbehandlung

Medgate zieht es in den Kassenmarkt

Das könnte Sie auch interessieren
Digitalisierung? „Muss für Ärzte einen Mehrwert bieten!“

„EvidenzUpdate“-Podcast

Digitalisierung? „Muss für Ärzte einen Mehrwert bieten!“

Digitalisierung und Datenschutz pandemiekonform: SVR-Vorsitzender Professor Ferdinand Gerlach (li.) am 24. März in Berlin bei der Vorstellung des Ratsgutachtens und der Bundesdatenschutzbeauftragte Professor Ulrich Kelber (re.) einen Tag später bei der Vorlage seines Tätigkeitsberichts.

„ÄrzteTag“-Podcast

„Wir verlangen Digitalisierung mit Gehirnschmalz!“ (Streitgespräch Teil 1)

Thorsten Kaatze, kaufmännischer Direktor am Uniklinikum Essen

„ÄrzteTag“-Podcast

Ein „Kochrezept“ für die Digitalisierung einer Uniklinik

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Nachmittags: das schnelle Telegramm. Am Morgen: Ihr individuell zusammengestellter Themenmix.

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Wer Schwangere ordnungsgemäß gegen SARS-CoV-2 impft, ist laut Bundesgesundheitsministerium bei der Haftung für Impfschäden raus.

Fachgesellschaften

Ärzte haften nicht für Corona-Impfschäden bei Schwangeren