Service ist vor allem Privatpatienten ein Anliegen

KÖLN (iss). Sowohl gesetzlich als auch privat Versicherte gehen davon aus, dass Kunden der privaten Krankenversicherung eine bessere Versorgungsqualität erhalten.

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Für die GKV-Versicherten wäre die erhoffte höhere Qualität der medizinischen Leistungen der am häufigsten genannte Grund für einen potenziellen Wechsel in die PKV, gefolgt von der Hoffnung auf einen besseren Service in der ärztlichen Behandlung.

Das zeigt eine repräsentative Umfrage des FAZ-Instituts in Zusammenarbeit mit der Gothaer Krankenversicherung. In ihrem Auftrag hatte das Meinungsforschungsinstitut forsa 1000 Krankenversicherte im Alter von 18 bis 65 Jahren im April und Mai dieses Jahres telefonisch befragt.

Danach bejahen 72 Prozent der gesetzlich Versicherten die Aussage, dass die PKV den Versicherten eine höhere medizinische Qualität bietet, bei den Privatversicherten waren es 81 Prozent. 64 Prozent beziehungsweise 73 Prozent gehen davon aus, dass die PKV im Vergleich zur GKV bessere Leistungen bietet, die nicht durch die Politik eingeschränkt werden können.

Die Privatversicherten haben als häufigsten Grund für einen möglichen Wechsel zu einem anderen privaten Anbieter den Wunsch nach besserer Beratung und besserem Service (61 Prozent) und das Interesse an einem umfangreicheren Leistungskatalog beziehungsweise einem größeren Tarifangebot (57 Prozent) genannt. Mit 37 Prozent hat ein gutes Drittel der GKV-Kunden grundsätzlich ein größeres Vertrauen in die private als in die gesetzliche Krankenversicherung. Bei den privat Versicherten liegt der Anteil mit 39 Prozent nur unwesentlich höher.

Nur geringe Unterschiede gibt es auch bei dem Aspekt "grundsätzliche Unzufriedenheit mit der jetzigen Krankenversicherung": Sie äußern 20 Prozent der GKV-Versicherten und 19 Prozent der PKV-Versicherten.

Die überwiegende Mehrheit ist also mit dem jeweiligen Anbieter einverstanden. "Die Zufriedenheit ist oft der entscheidende Faktor, um bei der Krankenkasse zu bleiben", sagt Studienleiter Dr. Guido Birkner vom FAZ-Institut. Die Umfrage habe gezeigt, dass die Krankenversicherten kaum über das Modell der Kapitaldeckung in der PKV informiert sind, berichtet er. "Uns als Branche ist es bislang offensichtlich noch nicht gelungen, unser Geschäftsmodell deutlich zu machen", räumt Michael Kurtenbach ein, Vorstandsvorsitzender der Gothaer Krankenversicherung. "Hier haben wir definitiv noch Hausaufgaben zu machen."

70 Prozent der gesetzlich und 73 Prozent der privat Versicherten sprechen sich dafür aus, die PKV für alle Bürger zu öffnen. Die Zusammenführung aller Krankenkassen zu einer einzigen Kasse halten 48 Prozent der GKV-Kunden und 43 Prozent der PKV-Kunden für eine gute Idee.

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