Kommentar

Versicherte unter Generalverdacht

Von Anja Krüger Veröffentlicht:

Für Ärzte dürfte es der Normalfall sein, auf der schwarzen Liste der Versicherer zu landen - die von der Branche "Hinweis- und Informationssystem" genannt wird. Sie müssen nicht einmal drei Schäden in der Sachversicherung in zwei Jahren melden. Es reicht die Absicherung für Hinterbliebene. Eine Lebensversicherung über 100.000 Euro oder mehr abzuschließen ist für die meisten Ärzte nicht übertrieben. Ab dieser Summe ist ein Eintrag in die schwarze Liste fällig.

Auf den ersten Blick wettgemacht wird der Generalverdacht auf Betrug von der Tatsache, dass Kunden eine Selbstauskunft über ihre Einträge einholen können. Immerhin gehen die Versicherer damit weiter als die Schufa. Doch sie scheinen die Transparenz nicht wirklich ernst zu nehmen. Die Branche macht es Interessierten schwer, an die Auskunft zu kommen. Das geht nur per Briefpost inklusive einer Kopie des Personalausweises. Per E-Mail ist eine Selbstauskunft nicht möglich. Weil der Kunde identifizierbar sein muss, heißt es. Die Versicherer haben die Anerkennung der elektronischen Unterschrift vorangetrieben, weil sie damit viel Geld sparen wollen. Aber dort, wo der Verbraucher davon einen Nutzen haben könnte, interessiert sie diese Option nicht.

Lesen Sie dazu auch: Versicherte sind jetzt schnell ein Fall für die schwarze Liste

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Statistisches Bundesamt

Beschäftigte arbeiten 2026 2,4 Arbeitstage mehr

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kasuistik zu Autoimmunerkrankung

Wüssten Sie, was hinter diesen Symptomen steckt?

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Morbus Crohn: In nur fünf Tagen per Diät zur Remission?

Wenig bekannte Insulinkomplikation

Vorsicht bei Insulininjektionen: Nicht immer dieselbe Stelle nehmen

Lesetipps