Kommentar zur Datenschutz-Studie mit kranken Jugendlichen

Vorbildliche Sensibilität

Von Matthias Wallenfels Veröffentlicht: 05.07.2013, 17:08 Uhr

Ernsthaft erkrankte Jugendliche scheinen erwachsener und sensibler für die Gefahren von sozialen Netzwerken zu sein als ihre kerngesunden und quietschfidelen Altersgenossen. Das legt zumindest eine norwegisch-kanadische Studie dar, die das Posting-Verhalten über längere Zeit hospitalisierter junger Patienten untersuchte.

Herausgekommen ist, dass sich die jungen Kranken auf Facebook und Co. so bewegten, als führten sie ein ganz normales Leben ohne gesundheitliche Einschränkungen.

Ihnen ist also bewusst, dass sie sich mit dem Outen einer Krankheit in jungen Jahren unter Umständen dem gnadenlosen Spott oder dem noch härteren Bashing anderer User ihrer sozialen Netzwerke aussetzen würden - mit allen potenziellen, negativen Folgeerscheinungen.

Das ist ein Zeichen dafür, dass körperliche und seelische Defizite anscheinend noch immer ein - latenter oder offener - Diskriminierungsgrund auch in aufgeklärten Industriegesellschaften sind.

Das sollte auch Ärzte alarmieren. Im Gespräch mit betroffenen jungen Patienten sollten sie die Gelegenheit nutzen und das Thema durchaus offensiv ansprechen. Denn nicht jeder gesundheitlich stark eingeschränkte Teenager verfügt unbedingt über das vorausschauende Urteilsvermögen der Studienteilnehmer.

Lesen Sie dazu auch: Nichts für Facebook-Freunde: Junge Patienten schützen ihre Daten im Web

Mehr zum Thema

Bundesbürger

72 Prozent sehen E-Patientenakte positiv

TI-Störungen

IT-Dienstleister ärgern sich über gematik

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Es darf auch gern ein zweites Gläschen sein

Alkohol und geistige Fähigkeiten

Es darf auch gern ein zweites Gläschen sein

Dauerbeatmete Kinder: Das kann niemand alleine leisten

Intensivpflege

Dauerbeatmete Kinder: Das kann niemand alleine leisten

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden