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Fördern Cholesterin-Metabolite Alzheimer?

BERLIN (gvg). Hat ein cholesterinabbauendes Enzym im Gehirn ein Wörtchen bei der Entstehung von Morbus Alzheimer mitzureden? Hinweise darauf hat die Bonner Forscherin Dr. Heike Kölsch zusammengetragen.

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Daß es zwischen dem Auftreten einer Alzheimer-Demenz und dem Cholesterinstoffwechsel Zusammenhänge gibt, weiß man bereits seit einiger Zeit. In epidemiologischen Studien boten etwa Cholesterinsynthese-Hemmer einen gewissen Schutz vor Morbus Alzheimer.

Warum das so ist, ist im einzelnen noch nicht bekannt. Kölsch möchte mit ihrer Forschung Licht in dieses Dunkel bringen und hat sich daher den Cholesterinstoffwechsel des Gehirns ein wenig genauer angesehen. Für ihre wissenschaftlichen Arbeiten dazu wurde sie jetzt mit dem Steinberg-Krupp-Alzheimer-Preis der Hirnliga geehrt.

Im Cholesterinstoffwechsel des Gehirns gibt es eine Besonderheit: Anders als in den meisten anderen Geweben werde Cholesterin hier zu dem Metaboliten 24-Hydroxycholesterin abgebaut, der dann ans Blut abgegeben werde, so Kölsch auf einer Veranstaltung der Hirnliga in Berlin. Das alleine bedeute freilich nicht, daß es einen kausalen Zusammenhang zwischen Cholesterin und Morbus Alzheimer geben muß.

Kölsch hat nun jedoch menschliche Nervenzellinien 24-Hydroxycholesterin ausgesetzt. Sie beobachtete, daß die zuvor gesunden Zellen danach Degenerationserscheinungen hatten. Außerdem gelang es ihr, durch Hinzufügen von antioxidativ wirkendem Vitamin E genau diese Cholesterin-bedingte Schädigung zu verhindern.

Könnte es also sein, daß das cholesterinabbauende Enzym Cytochrom P46 - Kurzform: CYP46 - bei Alzheimer-Patienten aktiver ist als bei Gesunden? Eine Antwort darauf gibt es noch nicht.

"Es gibt aber zumindest einige Polymorphismen des CYP46-Gens. Menschen, die sie in ihrem Erbgut tragen, scheinen eine erhöhte Alzheimer-Neigung zu haben", so Kölsch. "Was wir jetzt gerne wissen würden ist: Wie sieht es im Gehirn aus? Ist dort die Konzentration der Cholesterinmetabolite genauso erhöht wie im Blut?"

Diese Frage zu beantworten hält Kölsch allerdings für sehr schwierig. Vielleicht hilft ihr der mit 5000 Euro dotierte Steinberg-Krupp-Alzheimer-Preis der Hirnliga dabei.

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