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Hochdruckliga und IQWiG streiten weiter

BERLIN (Rö). Die Diskussion um den Abschlussbericht des Institutes für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zur antihypertensiven Therapie wird fortgesetzt. Auf erneute Kritik der Hochdruckliga am Abschlussbericht hat das IQWiG sofort reagiert.

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Besonders gefährdet für Folgeschäden sind Hypertoniker, die an weiteren Erkrankungen leiden, erinnert die Liga. Dazu gehören: koronare Herzerkrankung, Diabetes, Fettleibigkeit oder eine schwere Atherosklerose. Die blutdrucksenkende Therapie muss darauf abgestimmt sein. Experten warnen, Diuretika, wie im IQWiG-Bericht empfohlen, als Medikament der ersten Wahl einzusetzen, teilt die Hochdruckliga mit.

Alle nationalen und internationalen medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften richten ihre Empfehlungen danach aus, ob die Patienten an Vorhofflimmern, einer Nierenschädigung oder anderen chronischen Krankheiten leiden. Denn an die Therapie von Patienten mit zum Beispiel gleichzeitig bestehendem Vorhofflimmern werden ganz andere Anforderungen gestellt als an Patienten mit einer Nierenschädigung.

Die entwässernden Substanzen, aus denen Diuretika bestehen, senken in niedriger Dosierung den Blutdruck. Denn durch die Wasserausscheidung verringert sich die Blutmenge und die Spannung der Muskeln in den Blutgefäßen. Diese Substanzen können aber auch zu erheblichen Störungen des Mineralstoffwechsels führen, erhöhen die Neigung zur Gicht und verschlechtern den Zuckerstoffwechsel bei Diabetes, so der Experte weiter.

Die Deutsche Hochdruckliga (DHL) hat die Mitte September vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) vorgestellte vergleichende Nutzenbewertung mehrerer Medikamente zur Behandlung bei Bluthochdruck unter anderen deshalb zurückgewiesen. "Der Bericht bietet keine Grundlage für eine Änderung der Therapie oder für neue Empfehlungen”, sagte der DHL-Vorsitzende im Vorfeld einer Pressekonferenz in Berlin. Denn die häufigen Begleiterkrankungen vieler älterer Hochdruckpatienten werden in der IQWiG-Analyse nicht ausreichend beachtet.

Dem hält Professor Peter Sawicki, IQWiG-Leiter, entgegen: "Wir haben nie behauptet, dass unsere Schlussfolgerung für alle Patienten gilt. IQWiG-Berichte beantworten eine präzise definierte Frage, sind aber keine Leitlinien für die Behandlung einzelner Patienten. In der Gesamtschau der Ergebnisse können Diuretika in der Regel als Therapie der ersten Wahl im Sinne der Fragestellung des Berichts angesehen werden, wobei individuelle Patientenbesonderheiten wie Komorbiditäten und Alter zu berücksichtigen sind."

www.iqwig.de/index.966.html

Lesen Sie dazu auch: Hypertonie-Experten stört der Tonfall des IQWiG

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