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Bei Herpes zoster hat frühe antivirale Therapie Vorteile

MÜNCHEN (sto). Das Risiko, an Herpes zoster zu erkranken, steigt nach dem 50. Lebensjahr erheblich. Grund ist das Nachlassen der zell-vermittelten Immunabwehr. Hinzu kommen weitere Einflüsse wie Streß und Erkrankungen, die das Immunsystem schwächen.

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Erstes Ziel einer antiviralen Thera-pie bei Patienten mit Herpes zoster ist die Verkürzung der akuten Krankheitsphase und die Linderung des akuten Zosterschmerzes, um so eine postzosterische Neuralgie (PZN) zu vermeiden. Daran hat Dr. Uwe Kern aus Wiesbaden bei einer Pressekonferenz des Unternehmens Berlin-Chemie in München erinnert.

Über 50jährige haben nach Angaben des Wiesbadener Schmerztherapeuten ein erheblich erhöhtes Risiko, eine PZN zu entwickeln. Denn bei 85jährigen und bei Immunsupprimierten hat jeder zweite einen Herpes zoster erlitten. Und mindestens jeder Zweite von ihnen hat eine PZN.

Eine frühe und konsequente antivirale Therapie bei akutem Herpes zoster zur Eindämmung der entzündlichen Nervenschädigung sei deshalb bei diesen Patienten besonders wichtig. Zudem sollten konsequent Analgetika gegeben werden, um eine periphere und zentrale Sensibilisierung zu vermeiden, so Kern.

Von den vier in Deutschland zur systemischen Therapie des Herpes zoster bei immunkompetenten er-wachsenen Patienten zugelassenen Wirkstoffen habe Brivudin (Zostex®) die beste antivirale Wirksamkeit, sagte Dr. Robert Brinkmann von dem Unternehmen. Der Wirkstoff hemmt in infizierten Zellen die Vermehrung der Viren. Täglich eine Tablette mit 125 mg über sieben Tage reiche zur Therapie aus.

Bei der Verordnung müsse aber eine Wechselwirkung unbedingt beachtet werden, betonte Brinkmann: Brivudin darf nicht zusammen mit 5-Fluorouracil-Präparaten (5-FU) und deren Derivaten verordnet werden, weil es deren Toxizität verstärkt. Bei der Verordnung sollten die Patienten deshalb unbedingt nach einer Chemotherapie befragt werden.

Zwar seien die meisten 5-FU-Präparate an ihrem Namen zu erkennen, so Brinkmann. Dies gelte allerdings nicht für alle, etwa für Capeticabin. Nach einer Behandlung mit Brivudin müsse mindestens vier Wochen abgewartet werden, bis ein 5-FU-Präparat verabreicht werden könne.

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