Ärzte Zeitung, 19.10.2005

Keine Angst vor einer Reise in die Türkei!

Keine Reisewarnungen für Länder, in denen Vogelgrippe ausgebrochen ist / Einige Tips zum Verhalten

NEU-ISENBURG (ug). Es gibt keinen Grund zur Beunruhigung, auch wenn die Vogelgrippe - bisher noch immer nur eine Tierkrankheit - nun die EU erreicht hat. Die Experten werden nicht müde, das zu betonen. Dennoch sind viele Menschen verunsichert, die vor einer Reise in die Türkei, nach Rumänien oder Griechenland stehen. Was kann man ihnen raten?

Es gibt keine offiziellen Reisewarnungen für eines der Länder, in denen Vogelgrippe vorkommt. Und es gibt auch keinen Grund, eine geplante Reise abzusagen. "Reisen in Länder, in denen die Vogelgrippe ausgebrochen ist, können auch weiterhin ohne größere gesundheitliche Gefahren unternommen werden", heißt es beim Centrum für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf.

Immerhin handelt es sich bei der Vogelgrippe um eine Tierkrankheit. Menschen stecken sich nur an, wenn sie sehr engen Kontakt zu Geflügel haben. Auch das kann nicht oft genug wiederholt werden. Weltweit hat es bisher nur etwa 120 Tier-Mensch-Infektionen gegeben - alle in Asien.

    Durchgegartes Geflügel kann ohne Bedenken gegessen werden.
   

Nur ein paar Verhaltensmaßnahmen sollten Reisende in Ländern mit Vogelgrippe beachten, so das CRM: Reisende sollten Kontakte mit lebendem Federvieh und rohem Geflügel meiden, also keine Geflügelmärkte oder -farmen besuchen. Denn das Virus kann auch über Federn und den Kot infizierter Vögel übertragen werden.

Kontakte zu Erkrankten sollten sicherheitshalber vermieden werden - ein Ratschlag, der für asiatische Länder gilt. Fleisch und Eier sollten nur gut durchgegart gegessen werden.

Geflügelfleisch sollte keine nicht durchgebratenen Stellen enthalten, darauf weist Dr. Ulrich Klinsing aus Frankfurt am Main, Vorstandsmitglied des Fachverbands Reisemedizin, ausdrücklich hin. Denn das Virus stirbt erst bei 70 Grad ab. Außerdem sollten Reisende auf gute Hygiene achten.

Übrigens: Vor Tauben in den Städten braucht sich keiner zu fürchten. Denn Tauben steckten sich nur selten mit der Krankheit an und gäben sie höchst selten weiter, sagt Ortrud Werner, Leiterin des Nationalen Referenzlabors für Vogelgrippe auf der Insel Riems (wir berichteten).

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