Ärzte Zeitung, 20.10.2011

Kommentar

Hausarzt - der unbekannte Beruf

Von Kerstin Mitternacht

Bei vielen Medizinstudenten ist die Vorstellung, später einmal als Hausarzt zu arbeiten, nicht besonders populär. Dabei haben Studenten oft eine ganz falsche Vorstellung von diesem Beruf im Kopf.

Denn sobald Studenten einen Einblick in die Allgemeinmedizin bekommen, ändert sich oft ihre Einstellung, wie etwa bei Studenten, deren Eltern bereits eine Hausarztpraxis betreiben.

Eine obligatorische Woche während des Studiums in einer Hausarztpraxis zu verbringen, ist zu wenig, um die schönen Seiten des Berufes kennen zu lernen. Auch die von Gesundheitsminister Daniel Bahr angestrebte Verlängerung auf zwei Wochen ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Um den Medizinstudenten Ängste und die Vorurteile gegen eine Niederlassung als Hausarzt zu nehmen, könnte ein vierwöchiges Pflichtpraktikum in einer Hausarztpraxis vor dem ersten Staatsexamen eine Option sein, um später vermehrt junge Ärzte in die hausärztliche Versorgung zu locken.

Lesen Sie dazu auch:
Den Hausarzt hat sie im Blut

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[20.10.2011, 12:21:52]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Die Medizinstundenten/-innen sind es nicht ...
es ist eine bestimmte Spezies von Gesundheits- und Sozialpolitikern, Krankenkassen- bzw. Verbandsfunktionären, die ich besonders für den hausärztlichen Bereich als Medizin-bildungsferne-Schicht bezeichnen würde. Die halten familienorientierte Allgemeinmedizin ("family medicine") für eine Sozialbeglückungsveranstaltung, Hausärzte beim Hausbesuch für "Treppenterrier", jegliche Medikamentenverordnung für einen potentiellen Giftanschlag und bio-psycho-soziale Versorgungsentitäten ganz einfach für ein Weihnachtsessen.

Wie spannend, abwechslungsreich, dramatisch, beglückend, ernüchternd, schön, attraktiv und abschreckend zugleich der umfassend psychosomatische Arbeitsansatz in der primärärztlichen Versorgung sein kann, haben schon einige Studenten der Humanmedizin in meiner Praxis mitbekommen.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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