Direkt zum Inhaltsbereich

Allergietests berücksichtigen viel zu wenige Milbenarten

NÜRNBERG (wst). Auf deutschen Bauernhöfen haben Wissenschaftler inzwischen etwa 40 häufig vorkommende Arten von Hausstaub- und Vorratsmilben entdeckt. Die meisten dieser Milben oder ihre Ausscheidungen sind allergologisch bedeutsam. Mit den verfügbaren kommerziellen Tests lassen sich aber viele allergische Reaktionen nicht nachweisen.

Veröffentlicht:

Rinderepithelien sowie Vorratsmilben sind die bedeutsamsten Quellen von Inhalationsallergenen in der Landwirtschaft. Darauf hat Dr. Horst Müsken aus Bad Lippspringe auf einem arbeitsmedizinischen Workshop zum 47. Deutschen Pneumologenkongreß vor kurzem in Nürnberg hingewiesen.

Obwohl den Milben-Wissenschaftlern, den Akariologen, die Artenvielfalt auf dem Bauernhof inzwischen bekannt ist, sind in den gängigen kommerziellen Milbenextrakten für Allergietests nur drei Spezies und deren Ausscheidungen enthalten.

Aktuellen Untersuchungen zufolge sind die darin verarbeiteten vorgeblichen "Leitmilben" aber nicht immer die häufigsten oder die am stärksten allergen wirkenden Vorratsmilben auf Bauernhöfen in Deutschland. Auch wenn Kreuzreaktionen mit den Antigenen anderer Milben oder deren Ausscheidungen bestehen, läßt sich das mit diesen Tests nicht sicher nachweisen.

Wenn kommerzielle milbenspezifische Allergietests negativ ausfallen, ist daher Vorsicht geboten. Kein landwirtschaftlicher Arbeiter, der mit Verdacht auf ein berufsspezifisches Asthma zur berufsgenossenschaftlichen medizinischen Untersuchung kommt, darf deshalb mit dem Befund "Keine Milbenallergie" nach Hause geschickt werden, warnte Müsken.

Notwendig sei ein wesentlich breiteres Testset, das die Artenvielfalt potentiell allergener Kleinstlebewesen auf Bauernhöfen berücksichtigt.

Eine ökologische Strategie, um allergene Vorratsmilben in Schach zu halten, wäre die Freisetzung von Raubmilben. Allerdings können auch sie wiederum ein allergisches Asthma auslösen oder gar verschärfen. "Das wäre so, als würde man hier den Teufel mit dem Beelzebub austreiben", gab Müsken zu bedenken.

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Geldschein, teilweise bedeckt von Stethoskop

© photocrew / stock.adobe.com

Kostenstrukturanalyse

Privatanteil an den Einnahmen geht leicht zurück

Logo VasioCore

© InMediq

inmediQ

VasioCore: Patientenspezifischer Cardiovascular Twin

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Logo Cardisio

© Lilly

Lilly

Adipositassprechstunde systematisch umsetzen

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Vom Warnsignal zur RNAi-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

© Rasi / stock.adobe.com

Chronische Herzinsuffizienz

HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Auf einer Waage befindet sich ein Apfel sowie ein Maßband, daneben lieben Hanteln und ein grüner Blattsalat

© Davizro Photography / stock.adobe.com

Early-onset-Diabetes

Jeder zweite junge Erwachsene erreicht Diabetesremission

 erschöpfter Malermeister

© Adobe Firefly / Andrea Schudok / generated by AI

Kasuistik

Schwindel und Leistungsknick: Was sehen Sie im EKG?

Ältere Frau sitzt auf dem Boden und hält sich den Kopf.

© LIGHTFIELD STUDIOS / stock.adobe.com

Stürze vermeiden!

Synkopen wegen Blutdruck-Schwankungen: Worauf es dann ankommt