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Spinnenphobie

Angststörungen morgens besser behandelbar

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SAARBRÜCKEN. Eine Therapie gegen Spinnenphobie, die morgens erfolgt, ist weitaus wirksamer als eine Therapie am Abend. Das haben die Psychologinnen Tanja Michael und Johanna Lass-Hennemann von der Universität des Saarlandes in einer Studie nachgewiesen (Behaviour Research and Therapy 2014; 60: 39-45).

Die Forscherinnen führen diesen Effekt auf den höheren Cortisol-Spiegel am Morgen zurück, teilt die Saar-Universität mit. "Cortisol verstärkt Lern- und Gedächtnisprozesse - und Psychotherapie ist nichts anderes als ein Lernprozess", wird Lass-Hennemann in der Mitteilung zitiert.

Für die aktuelle Studie wurden 60 Patienten mit Spinnenphobie ausgewählt, die weder extreme "Morgentypen" noch "Abendtypen" waren. "Zu welcher Tageszeit Menschen am besten lernen können, ist individuell verschieden - wir haben unsere Studie sozusagen mit ‚Mischtypen‘ durchgeführt", so Lass-Hennemann.

Sie wurden in einer dreistündigen Therapiesitzung behandelt: davon 30 Patienten zwischen 8 und 11 Uhr, die anderen 30 Patienten von 18 bis 21 Uhr. Zudem wurde der Cortisol-Spiegel mittels Speichelproben erhoben.

Wie stark sich die Spinnenphobie aufgrund der Behandlung gebessert hatte, wurde nach einer Woche und nach drei Monaten überprüft, und zwar mit einem Fragebogen zur Spinnenangst und einem Verhaltenstest. Dabei sollen die Patienten einen Raum betreten, an dessen Ende sich ein Terrarium mit einer großen Kellerspinne befindet.

Gemessen und bewertet wird, wie weit sie sich der Spinne nähern können. "Vor der Therapie können einige Patienten den Raum gar nicht betreten, nach der Therapie sind aber viele so weit, dass sie das Terrarium öffnen und die Spinne auf die Hand nehmen können", so Lass-Hennemann.

Es zeigte sich, dass der Behandlungseffekt bei den Patienten mit Morgentherapie nach einer Woche und auch drei Monate später deutlich höher war. Ob sich dieses Resultat auch auf die Behandlung komplexerer psychischer Störungen wie soziale Phobie oder Panikstörung übertragen lässt, wollen die Wissenschaftlerinnen in einem nächsten Schritt überprüfen. (eb)

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