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Antidepressivum punktet in Vergleichsstudien

BERLIN (ugr). Escitalopram lindert antidepressive Symptome mindestens so effektiv wie die dual wirksamen Substanzen Venlafaxin und Duloxetin. Auch im Vergleich zu Citalopram hat der selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) gut abgeschnitten.

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In zwei doppelblinden Studien mit 488 Patienten wirkten Escitalopram (Cipralex®) und Venlafaxin ähnlich gut. Allerdings ließen die Symptome mit Escitalopram deutlich schneller nach, wie Professor Hans-Peter Volz aus Werneck beim DGPPN-Kongress in Berlin berichtete. Eine mindestens 50-prozentige Verbesserung auf der Montgomery-Asberg-Skala (MADRS, Maximalwert 60 Punkte) hätten Patienten mit Escitalopram 4,6 Tage früher erreicht. Zu einer anhaltenden Remission (MADRS maximal 12 Punkte) sei es mit Escitalopram 6,6 Tage früher gekommen, so Volz bei einer Veranstaltung von Lundbeck.

Im Vergleich zu Duloxetin sei der Effekt von Escitalopram signifikant stärker ausgeprägt. In zwei Doppelblindstudien betrug die Differenz zugunsten von Escitalopram 2,1 und 2,4 Punkte auf der MADRS-Skala. Bei der ersten Studie handelte es sich um eine randomisierte, doppelblinde Vergleichsstudie. Die Patienten erhielten bis zur zweiten Woche eine Tagesdosis von 10 mg Escitalopram, bis zum Studienende nach 24 Wochen 20 mg oder aber durchgängig 60 mg Duloxetin. Bereits nach acht Wochen sei der MADRS-Gesamtwert mit Escitalopram von 33 auf 13 gesunken, bei Duloxetin-behandelten Patienten dagegen von 32 auf 15.

In einer Vergleichsstudie mit Citalopram sei die Ansprechrate mit Escitalopram deutlich höher: 76 Prozent im Vergleich zu 62 Prozent. Das galt auch für die Remissionsrate: 56 Prozent im Vergleich zu 44 Prozent. Auf Escitalopram sprächen außerdem mehr schwer depressive Patienten an als auf Citalopram, berichtete der Psychiater. Bereits nach der ersten Therapiewoche sei der MADRS-Wert mit 5,7 Punkten signifikant stärker zurückgegangen als mit Citalopram (minus 4,0 Punkte). Dieser Trend setzte sich während der achtwöchigen Behandlung fort.

Escitalopram wirkt nicht nur sehr selektiv, sondern auch in doppelter Weise am Serotonin-Rezeptor. An der primären Bindungsstelle blockiert die Substanz direkt die Serotonin-Wiederaufnahme. Darüber hinaus dockt Escitalopram an die sekundäre Bindungsstelle des Transporters an und verstärkt so die Blockade der Serotonin-Wiederaufnahme. "Vermutlich erhöht Escitalopram dadurch die Serotonin-Konzentration im synaptischen Spalt stärker als bisher verfügbare SSRI und SNRI", sagte Volz.

Escitalopram hat sich als gut verträglich erwiesen. Mit Venlafaxin brachen viermal mehr Patienten - 16 Prozent - die Therapie wegen unerwünschter Arzneimittelwirkungen ab. Zum Beispiel traten Übelkeit, Obstipation und vermehrtes Schwitzen signifikant häufiger auf. Mit Duloxetin kam es häufiger zu Schlafstörungen. Das ist ein bedeutsamer negativer Prädiktor für ein Rezidiv.

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