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Ischämie

Arterien "erziehen" Monozyten

Wie Arterien und Makrophagen Durchblutungsstörungen gemeinsam entgegenwirken, haben Forscher herausgefunden.

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Verengte Arterien. Die Ablagerungen sind oft Ausgangspunkt von Entzündungsprozessen.

Verengte Arterien. Die Ablagerungen sind oft Ausgangspunkt von Entzündungsprozessen.

© MAN AT MOUSE / Fotolia

HANNOVER. Geschädigte Arterien präsentieren auf ihrer Innenseite ein Signalmolekül, das die Entwicklung von Monozyten zu spezialisierten Reparaturzellen (Makrophagen) steuert (Nat Comm 2017; 8:952). Das haben Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) herausgefunden. Die Makrophagen "reparieren" daraufhin die Arterien und fördern deren Wachstum.

Die Kommunikation zwischen den Arterien und den Immunzellen wird dabei durch ein evolutionär sehr altes Signalprinzip vermittelt, berichtet die MHH: Nach der Schädigung bauen Endothelzellen den sogenannten "Notch Liganden Delta-like 1" in ihre Zellwand ein. Dieser aktiviert einen spezifischen Rezeptor (Notch2), der dann die Reifung von Monozyten in diese "reparierende" Makrophagen steuert. Ist dieser Signalprozess gestört, entwickeln sich einwandernde Monozyten in aggressive Fresszellen, die die Entzündung verstärken und die Gefäßreparatur verhindern.

"Die Blutgefäße erziehen die Entzündungszellen so, dass Regeneration stattfinden kann. Wir hoffen, durch diese Entdeckung neue zell-basierte Therapiestrategien für kritische Durchblutungsstörungen entwickeln zu können", wird Studienautor Professor Florian Limbourg zitiert. Die Forscher haben nun nach eigenen Angaben zum ersten Mal die "heilenden Reparaturzellen" im Reagenzglas gezüchtet. Das Projekt der MHH-Wissenschaftler förderten die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und das Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum Transplantation (IFB-Tx).

Auf Ischämien reagiert das Immunsystem ja mit einer Entzündung – sie ist Voraussetzung für die Regeneration, verläuft aber oft unkontrolliert und verstärkt die Schädigung des Gewebes. (eb)

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