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Gesunde Ernährung

Bei Adipositas schlägt eine strikte Diät das genetische Risiko?

Auch wer genetische Risikofaktoren für Adipositas hat, kann von einer strikt eingehaltenen gesunden Ernährung profitieren. Einer prospektiven Kohortenstudie zufolge ist der Effekt bei höchstem genetischem Risiko am stärksten.

Peter LeinerVon Peter Leiner Veröffentlicht:
AHEI-, DASH- oder doch AMED-Diät? Die Forscher nahmen alle drei unter die Lupe.

AHEI-, DASH- oder doch AMED-Diät? Die Forscher nahmen alle drei unter die Lupe.

© Fuse / Thinkstock.de

NEW ORLEANS. Lassen sich genetische Risikofaktoren für Adipositas durch Ernährung positiv beeinflussen? Dieser Frage widmeten sich US-amerikanische Wissenschaftler um den Assistenzprofessor Tiange Wang in einer prospektiven Kohortenstudie. Im Fokus ihrer Untersuchung standen die Daten zweier großer US-Gesundheitsstudien, und zwar der Nurses Health Study (NHS; n = 8828) und der Health Professionals Follow-up Study (HPFS; n = 5218).

Die Studienteilnehmer hielten sich im Studienzeitraum zwischen 1986 und 2006 unterschiedlich stark an eine von drei Diäten: Alternate Healthy Eating Index 2010 (AHEI-2010), Dietary Approach to Stop Hypertension (DASH) oder Alternate Mediterranean Diet (AMED) (BMJ 2018; 360: j5644).

Follow-up über 20 Jahre

Wer sich an die AHEI-2010-Diät hält, nimmt mehr Gemüse (keine Kartoffeln!), Früchte, Vollkornprodukte, Nüsse, Hülsenfrüchte sowie Omega-3- und mehrfach ungesättigte Fettsäuren zu sich. Empfohlen werden ein nur moderater Genuss von Alkohol sowie weniger gesüßte Getränke und Fruchtsäfte. Auf rotes und verarbeitetes Fleisch sowie Transfettsäuren und Natrium sollte ebenfalls weitgehend verzichtet werden.

Die DASH-Diät besteht aus Gemüse, Früchten, Nüssen, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten sowie Milchprodukten mit geringem Fettgehalt. Es wird zu weitgehendem Verzicht auf gesüßte Getränke, rotes und verarbeitetes Fleisch und Salz geraten. Schließlich orientiert sich die AMED-Diät an der Mittelmeerdiät, unter anderem mit vermehrtem Fischkonsum. Während des Follow-up von 20 Jahren wurden die Daten fünf Mal im Vierjahresrhythmus analysiert. Zugleich wurde erstmals in diesem Zusammenhang für jeden Studienteilnehmer der genetische Risikofaktor für Adipositas berechnet, dem Informationen über 77 SNPs (single nucleotide polymorphisms) zugrunde lagen.

Diese genetischen Polymorphismen entsprechen allen bei Menschen europäischer Abstammung bisher bekannten Genmerkmalen, die im Zusammenhang mit dem Körpergewicht (BMI) stehen.

77 Riosikoallele

Aus den gepoolten Berechnungen geht hervor, dass es zwischen dem genetischen Risikoscore und der Zunahme des BMI und des Körpergewichts aller vier Jahre einen Zusammenhang gab. So waren jede zusätzlichen zehn der 77 Risikoallele mit einer Zunahme des BMI um einen Wert von 0,02 kg/m2 sowie des Körpergewichts um 0,05 kg assoziiert.

Dabei war der BMI-Unterschied zwischen Studienteilnehmern mit beziehungsweise ohne erhöhtes genetisches Risiko bei denen stärker ausgeprägt, die sich weniger strikt an die AHEI-Diät hielten als bei denen, die konsequent dabeiblieben. Ähnliches ergaben die Berechnungen in der Gruppe mit der DASH-Diät, nicht dagegen in der Gruppe mit AMED-Diät.

Wurden die AHEI- und DASH-Gruppen gemeinsam betrachtet, schwächte sich der genetische Einfluss auf die BMI-Veränderungen umso stärker ab, je strikter die Diäten eingehalten wurden. Somit war die inverse Assoziation zwischen Zunahme der Diätadhärenz und BMI deutlich stärker bei Studienteilnehmern ausgeprägt, die ein hohes genetisches Adipositasrisiko hatten. Ein ähnlicher Zusammenhang wurde auch bei Änderungen des Körpergewichts festgestellt.

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