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Bei Kindern sind Migräneschmerzen oft nicht einseitig

MÜNCHEN (wst). Bei der Hälfte der Migränepatienten beginnt die Krankheit schon vor dem 20. Lebensjahr. Immerhin 2,5 Prozent aller Kinder unter sieben Jahren leiden daran. Allerdings sind die Symptome in dieser frühen Lebensphase oft anders als bei Erwachsenen.

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Die Migräne ist eine häufige Ursache von akuten und chronischen Kopfschmerzen bei Kindern. Zur typischen Einseitigkeit des Migräneschmerzes kommt es erst im späten Jugend- oder im frühen Erwachsenenalter. Bei Kindern variiert die Lokalisation dagegen häufig oder konzentriert sich eher auf die Stirnmitte. Daran hat der Pädiater und Neurologe Professor Florian Heinen von der Universität München auf einer von Neuro-Consil organisierten Fortbildungsveranstaltung in München erinnert.

Bei Erwachsenen beginnen Attacken oft früh am Morgen, bei Schul- und Kindergartenkindern eher am Nachmittag. Kleinkinder fallen häufig durch plötzliche Blässe und Bewegungsarmut auf. Typisch und wichtig für die Diagnose: Kindern verschafft Schlaf oft und meist schnell Erleichterung.

Die Diagnose wird klinisch gestellt. Laboranalysen und bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanz-Tomographie sind nur zum Ausschluß anderer Ursachen, etwa Hirntumoren, angezeigt. Indikationen sind zum Beispiel, wenn die Frequenz der Kopfschmerzepisoden rasch zunimmt, fokale neurologische Symptome vorliegen oder die Kinder vor Kopfschmerzen wiederholt aus dem Schlaf erwachen, sagte Heinen.

Bei leichteren Migräneattacken sind bei Kindern vorrangig Allgemeinmaßnahmen wie Kühlung, Reizabschirmung und Schlaf sinnvoll. Einreiben von Stirn und Schläfen mit Pfefferminzöl ist einen Versuch wert.

Reicht dies nicht aus, sollten die Kinder bei einem Anfall frühzeitig Ibuprofen erhalten (täglich 10 bis maximal 30 mg pro Kilogramm Körpergewicht). Dieses NSAR sei bei Attacken effektiver als etwa Paracetamol, und zudem bestehe nicht so leicht die Gefahr einer Überdosierung, so Heinen.

ASS ist bekanntlich bei Kindern unter 12 Jahren kontraindiziert, weil eine Behandlung empirisch mit dem Reye-Syndrom assoziiiert ist. Wirkt Ibuprofen nicht ausreichend, rät Heinen zu 10 bis 20 mg Sumatriptan nasal pro Tag. Lutschen eines Bonbons kann den Geschmack überdecken, der von Kindern möglicherweise als unangenehm empfunden wird.

Eine medikamentöse Prophylaxe sei bei Kindern meist nicht erforderlich. Ein Kopfschmerzkalender könne helfen, vermeidbare Auslöser zu entdecken. Generell ist eine gesunde Lebensweise mit genügend Schlaf und viel Trinken wichtig.

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