Bei Ovarial-Ca wird neues Therapie-Schema getestet

BERLIN (awa). In der Rezidivtherapie beim Ovarial-Ca gehört der Topoisomerase-I-Hemmer Topotecan zu den wirksamsten Substanzen. Inwieweit eine wöchentliche Kurzinfusion im Vergleich zum bisherigen Schema - Kurzinfusion an fünf aufeinanderfolgenden Tagen alle drei Wochen - die Rezidivtherapie verbessert, untersucht zur Zeit die Nord-Ostdeutsche Gesellschaft für Gynäkologische Onkologie (NOGGO).

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Mit der Rezidivtherapie beim Ovarial-Ca will man vor allem erreichen, daß die Patientinnen möglichst lange bei guter Lebensqualität leben. Mittlerweile gebe es mehrere Studien, die eine gute Wirksamkeit und Verträglichkeit der wöchentlichen Applikation von Topotecan (Hycamtin®) beim Ovarial-Ca-Rezidiv belegten, so Dr. Gülten Oskay-Özcelik von der Frauenklinik der Charité auf dem Deutschen Krebskongreß in Berlin.

So erhielten zum Beispiel 41 Patientinnen mit einem platinsensiblen Ovarial-Ca als Rezidivtherapie im Median zehn Zyklen Topotecan mit einmal wöchentlich vier Milligramm pro Quadratmeter Körperoberfläche als 30minütige Kurzinfusion. 62 Prozent der Patientinnen profitierten von der Therapie: Bei drei Prozent kam es zur kompletten, bei 25 Prozent zur partiellen Remission, bei 33 Prozent stabilisierte sich die Erkrankung. Zudem traten weniger Nebenwirkungen auf.

Oskay-Özcelik erhofft sich von der wöchentlichen Applikation einen besseren therapeutischen Nutzen mit weniger unerwünschten Wirkungen und ein schnelleres Ansprechen. Präklinische Daten brachten den Hinweis, daß eine dosisdichte Therapie mit Topotecan stärker antitumoral wirkt. Zudem sei die einmal wöchentliche Applikation auch logistisch einfacher und für die Frauen angenehmer, so Oskay-Özcelik auf einer Veranstaltung von GlaxoSmithKline.

Aus diesen Gründen hat die NOGGO eine prospektive, multizentrische, randomisierte Phase-2-Studie gestartet, in der die Wirksamkeit der wöchentlichen Applikation von Topotecan mit jener des bisherigen Anwendungsschemas mit 1,25 Milligramm pro Quadratmeter Körperoberfläche als Kurzinfusion an fünf aufeinanderfolgenden Tagen alle drei Wochen verglichen wird.

Insgesamt 174 Frauen mit einem platinresistenten Ovarial-, Tuben- und Peritonealkarzinom, die ein Rezidiv oder eine Progression innerhalb von sechs Monaten nach der Primärtherapie mit Platin und Taxan entwickeln, sollen in der Studie behandelt werden. Auch die Gynecologic Oncology Group in den USA hat Oskay-Özcelik zufolge eine Studie gestartet, die die wöchentliche und dreiwöchentliche Applikation vergleicht.



Das Ovarial-Ca ...

... macht vier Prozent aller Neoplasien aus ... hat einen Anteil von 20 Prozent an allen Genitaltumoren bei Frauen ... hat eine Inzidenz von 15 auf 100 000 Frauen pro Jahr ... hat bei Frauen im Alter zwischen 65 und 85 Jahren eine Inzidenz von 54 pro 100 000 Frauen ... tritt bei 1 bis 2 Prozent aller Frauen im Laufe des Lebens auf ... wird im Mittel im Alter von 58 Jahren diagnostiziert. (eb)

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