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Schilddrüsen-Erkrankungen

Bei subklinischer Hypothyreose auf die Gefäße schauen

Frauen mit subklinischer Hypothyreose haben eine erhöhte Intima-media-Dicke der A. carotis. Zudem haben sie häufiger Plaques als Frauen mit Euthyreose.

Dr. Michael HubertVon Dr. Michael Hubert Veröffentlicht:
Ultraschallbild einer Halsschlagader (Arteria carotis communis) mit großem Kalkplaque.

Ultraschallbild einer Halsschlagader (Arteria carotis communis) mit großem Kalkplaque.

© tunedin / stock.adobe.com

Zabok / Kroatien. Die subklinische Hypothyreose ist eine Erkrankung, die durch eine leichte bis mittelschwere Schilddrüsenfunktionsstörung mit normalen Schilddrüsenhormon-Serumspiegeln, aber leicht erhöhtem TSH gekennzeichnet ist. Die Prävalenz liege bei 4-8,5 Prozent bei Erwachsen und nehme mit dem Alter zu. Bei älteren Frauen sei jede fünfte betroffen, schreiben Dr. Maida Seferovic Saric vom Allgemeinen Krankenhaus Zabok in Kroatien und ihre Kollegen im Abstract ihrer aktuellen Studie.

Schilddrüsenhormone beeinflussen das Herz-Kreislauf-System, aber die genauen Mechanismen ihrer Wirkung auf die Entstehung von Atherosklerose sind nicht ganz geklärt. Der Zusammenhang zwischen subklinischer Hypothyreose, Dyslipidämie und Atherosklerose der Carotis sei umfassend untersucht, aber die Ergebnisse umstritten, so Saric und Kollegen weiter. Ziel ihrer Studie war es, festzustellen, ob Frauen mit subklinischer Hypothyreose eine erhöhte Carotis-Intima-Media-Dicke (IMT) im Vergleich zu euthyreoten Frauen aufweisen. Zudem sollte der Zusammenhang von subklinischer Hypothyreose, Karotis-Atherosklerose und Dyslipidämie untersucht werden (Rom J Int Med 2021; online 23. Juli).

IMT der Carotis mittels B-Modus-Ultraschall bestimmt

Einbezogen waren 100 Frauen im Alter von 30 bis 70 Jahren, darunter 36 mit Anzeichen einer subklinischen Hypothyreose (TSH im Mittel 6,12 mU/l) und 64 euthyreote Kontrollen (TSH im Mittel 2,07 mU/l). Die IMT der Carotis wurde mit B-Modus-Ultraschall bestimmt und ihre Korrelation mit den Serumkonzentrationen von fT4, TSH, CRP und dem Lipidprofil einschließlich des kleinen dichten LDL (sdLDL) wurde analysiert.

Die Ergebnisse: Probanden mit subklinischer Hypothyreose hatten in allen drei gemessenen Segmenten der rechten und linken Halsschlagader im Vergleich zur Kontrollgruppe eine signifikant erhöhte IMT (IMT ≥ 75. Perzentile) mit einem signifikant häufigeren Auftreten von Plaques (25 vs. 9 Prozent). Eine signifikante positive Korrelation wurde zwischen höheren TSH- und höheren IMT-Werten gefunden. Zudem waren ein erhöhtes Alter, erhöhtes LDL-Cholesterin und erhöhtes TSH mit einer erhöhten IMT der A. carotis assoziiert.

Häufiger Plaques als bei euthyreoten Frauen

Die Studie habe gezeigt, dass Frauen mit subklinischer Hypothyreose frühe Anzeichen einer subklinischen Atherosklerose der Halsschlagader in Form einer Carotiswand-Verdickung entwickeln. Bei ihnen gebe es zudem häufiger Plaques als bei euthyreoten Frauen. In der Folge sei das Risiko für kardiovaskuläre und zerebrovaskuläre Erkrankungen erhöht, diskutieren Saric und ihre Kollegen.

Ihre Schlussfolgerung: Wegen des Risikos, eine Atherosklerose der Halsschlagader zu entwickeln, sei es wichtig, Patienten daraufhin zu screenen, die frühe, subklinische Zeichen einer Schilddrüsen-Dysfunktion hätten.

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