Daten aus Israel

COVID-Impfschutz schwindet in jedem Alter

Der COVID-19-Schutz von Comirnaty® schwächt sich nach einigen Monaten in allen Altersgruppen ab, so Real-World-Daten aus Israel. Das ist wohl aber nicht der einzige Grund für die vielen Durchbruchinfektionen in Israel.

Wolfgang GeisselVon Wolfgang Geissel Veröffentlicht:
Booster-Impfung für Kinder ab 12 Jahren

Auch Kindern ab 12 Jahre wird in Israel bereits eine Booster-Impfung angeboten.

© erika8213 / stock.adobe.com

Haifa. Je länger die Impfung mit Comirnaty® zurückliegt, desto häufiger kommt es zu Durchbruchsinfektionen. Das berichtet ein Team um Dr. Yair Goldberg vom Technion–Israel Institute of Technology in Haifa. Die Forscherinnen und Forscher haben SARS-CoV-2-Infekte bei komplett Geimpften aus der Zeit vom 11. bis 31. Juli unter die Lupe genommen.

In dieser Zeit hatte es in dem Land einen unerwartet starken Ausbruch mit der Delta-Variante gegeben. Verglichen wurden zwei Gruppen von Infizierten: solche, deren Impfserie früh in diesem Jahr abgeschlossen worden war, und solche, die den kompletten Schutz erst mehrere Monate später erhalten hatten (New Engl J Med 2021; online 27. Oktober).

Ganz Israel ist ein Versuchslabor

Mit seinem digitalisierten Gesundheitssystem und ausschließlicher Impfung mit Comirnaty® erwies sich Israel dabei erneut als ideales Versuchslabor für die Impfstoffforschung. Daten von knapp 4,8 Millionen komplett Geimpften wurden ausgewertet. Von diesen hatten im Untersuchungszeitraum 13 .426 eine PCR-bestätigte SARS-CoV-2-Infektion und 403 einen schweren COVID-Verlauf. Die Durchbruchsinfektionen wurden dabei je nach Altersgruppe ausgewiesen.

Ergebnis: Bei schon im Januar komplett Geimpften ab 60 Jahre ergab sich im Juli eine Rate von 105 Durchbruchsinfekten pro 100 .000 und Woche. Bei im März Geimpften waren es 65/100 .000 und Woche: Die früh Geimpften hatten insgesamt im Vergleich eine etwa 1,6-fach höhere Durchbruchsinfektionsrate. Bei den 40–59-Jährigen ergab sich beim Vergleich Impfschutz im Februar versus Schutz im April eine 1,7-fach höhere Infektionsrate der früh Geimpften und bei den 16- bis 39-Jährigen war es eine 1,6-fach höhere Rate.

Impfbooster schon seit Juli

Ähnlich sah das Bild bei schwer verlaufenden Infektionen aus: Bei den über 60-Jährigen mit Impfung im Januar waren es im Juli wöchentlich 10,7/100 .000, bei Impfung im März 5,9/100 .000. Zum Vergleich: Bei den 40–59-Jährigen waren es bei Impfung im Februar 0,6 und bei Impfung im März 0,3/100 .000.

Die Autoren merken an, dass gerade bei den über 60-Jährigen die besonders vulnerablen bereits früh geimpft worden waren, wodurch das Ausmaß der Durchbruchsinfektionen bei den früh geimpften Senioren nicht ausschließlich einer schwindenden Schutzwirkung des Impfstoffs zuzuschreiben ist.

Aufgrund der Daten werden in Israel Boosterimpfungen für alle im Alter ab zwölf gegen COVID-19 angeboten, wenn die initiale Impfserie fünf Monate oder länger zurückliegt, so die Autoren. Die Ergebnisse zeigen auch, dass die Dynamik des nachlassenden Impfschutzes eng überwacht werden sollte, um rechtzeitig mit Boostern gegensteuern zu können.

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