Grundlage für Diskussion

DGVS veröffentlicht Weißbuch

Mit einem Weißbuch will die DGVS den Stellenwert gastroenterologischer Erkrankungen in Gesundheitspolitik und Wissenschaftsförderung stärken.

Veröffentlicht:

BERLIN. Die nicht-malignen Krankheiten der Verdauungsorgane sind nach den Herz-Kreislaufstörungen die häufigsten Krankheiten der Deutschen. Jährlich werden rund zwei Millionen Menschen, die an einer Erkrankung des Verdauungssystems leiden, im Krankenhaus behandelt. Als Volkskrankheiten werden die gastroenterologischen Erkrankungen dennoch nicht wahrgenommen – und rangieren in Gesundheitspolitik und Wissenschaftsförderung entsprechend weit hinten. Zu diesem Schluss kommt die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) in ihrem neuen "Weißbuch Gastroenterologische Erkrankungen 2017".

Das vom Center for Health Economics Research in Hannover unabhängig erstellte und nun erstmals aufgelegte Weißbuch der DGVS soll eine validierte Zahlengrundlage schaffen, auf deren Basis Diskussionen über die Gegenwart und Zukunft der Versorgung von Patienten mit Krankheiten der Verdauungsorgane in Deutschland geführt werden können, teilt die DGVS mit.

Die Kapitel des Weißbuchs stellen die medizinischen Aspekte, aktuellen epidemiologischen Parameter und Kosten der wichtigsten gastroenterologischen Krankheiten dar. Jedes Kapitel enthält zudem eine Liste "offener Fragen", die den aktuellen Bedarf an wissenschaftlichen Studien, medizinischen Innovationen und gesundheitsökonomischen Verbesserungen darlegt. Abschließend wird auf die Perspektiven der gastroenterologischen Weiterbildung und den gastroenterologischen Forschungsbedarf eingegangen.

"Die Versorgung dieser Patienten in der Priorisierung der Gesundheitspolitik und Wissenschaftsförderung unerklärlicherweise immer noch auf einem relativ niedrigen Niveau", wird Professor Lammert, Präsident der DGVS, in der Mitteilung zitiert. "Bis heute ist beispielsweise eine Förderung durch koordinierte Projekte der Wissenschaftsförderung des Bundes, wie etwa die Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung oder die Integrierten Forschungs- und Behandlungszentren, ausgeblieben – und dass trotz der Relevanz der Erkrankungen im Hinblick auf Mortalität, Morbidität sowie Kosten und trotz des international sehr hohen Ansehens der deutschen gastroenterolgischen Forschung. Hier braucht es dringend ein Umdenken!" (eb)

Das Buch ist kostenfrei abrufbar unter: https://www.dgvs.de/wp-content/uploads/2017/05/Weissbuch-Gastroenterologie_web.pdf

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