Ausdauertraining

Fitter Muskel saugt vermehrt Glukose auf

"Lieber fett und fit als schlank und schlapp" - das gilt auch für Patienten mit Typ-2-Diabetes.

Veröffentlicht: 12.11.2014, 09:02 Uhr

NEU-ISENBURG. Die ausgeprägte Insulinresistenz bei Diabetes mellitus kann durch ein regelmäßiges Ausdauertraining nachhaltig reduziert werden. Denn die Skelettmuskulatur passt sich unter körperlicher Aktivität entsprechend an.

So werden vermehrt Glukosetransporter aktiviert und verstärkt Enzyme der Glukoseoxidation sowie zur Glukosespeicherung bereitgestellt, Muskelzellen nehmen dann vermehrt Glukose auf.

Zudem nimmt die Kapillardichte am trainierten Muskel um bis zu 20 Prozent zu, und Fetteinlagerungen in Muskelzellen werden reduziert. Dies steigert weiter die Insulinwirkung.

All dies sind die Gründe dafür, warum regelmäßiges Training den HbA1c-Wert bei Diabetikern signifikant senkt, selbst dann, wenn das Körpergewicht gleich bleibt.

Zwar dürfte die Reduktion des Körpergewichts bei den weitaus meisten Typ-2-Diabetikern ein wesentliches Therapieziel sein. Wichtiger noch ist jedoch die körperliche Fitness. "Lieber fett und fit als schlank und schlapp", lautet ein provokanter Slogan.

Denn seit langem ist bekannt, das unsportliche normalgewichtige Menschen eher sterben als übergewichtige Menschen mit guter Fitness. Das hat auch etwas mit den günstigen Effekten körperlichen Trainings auf Herz und Gefäße zu tun - und dies ist angesichts drohender mikro- und makrovaskulärer Komplikationen bei Diabetes ein weiterer Aspekt, der für die strukturierte Trainingstherapie spricht.

Denn aerobes Ausdauertraining senkt den Blutdruck, verbessert das Lipidprofil, und es sind antiinflammatorische Effekte im arteriellen Gefäßsystem nachweisbar. Ein zentrales Geschehen der Atherosklerose - ebenso wie bei Typ-2-Diabetes - ist zudem die endotheliale Dysfunktion.

Eine Folge dieser Fehlfunktion ist, dass zu wenig Stickoxid (NO) gebildet wird. NO ist ein für die Gefäßfunktion essentielles Molekül, das gefäßrelaxierend wirkt und das das Gefäßwachstum sowie die Bildung von Kollateralen anregt.

Ein NO-Mangel wirkt proatherogen, körperliches Training induziert die NO-Produktion. (ner)

Quelle: Braumann K.-M., Stiller N. (Hrsg.): Bewegungstherapie bei internistischen Erkrankungen. (Springer-Verlag 2010)

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