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Gesundheit von Migranten und Geflüchteten: Schwerpunkt im Bundesgesundheitsblatt

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BERLIN. Das Bundesgesundheitsblatt widmet sich in der Mai-Ausgabe 2016 dem Thema Gesundheit und Versorgung von Asylsuchenden und Geflüchteten, im Juni 2015 war der Themenschwerpunkt Migration und Gesundheit erschienen.

"Etwa 20 Prozent der Einwohner in Deutschland sind zugewandert oder Kinder von Zuwanderern. Migranten und Asylsuchende sind daher im Gesundheitsmonitoring des Robert Koch-Instituts eine wichtige Zielgruppe", betont der Präsident des RKI, Lothar H. Wieler in einer Mitteilung des RKI.

 Die Daten- und Informationslage zu diesem Thema soll durch eine vom Bundesministerium für Gesundheit unterstützte Erweiterung des RKI-Gesundheitsmonitorings weiter verbessert werden. Zudem sei eine Bestandsaufnahme des Forschungs- und Wissenstands und eine stärkere Vernetzung mit wichtigen Akteuren im In- und Ausland vorgesehen, so das RKI.

Das Bundesgesundheitsblatt enthält insgesamt zwölf Beiträge zum Thema Asylsuchende und Gesundheit. Das Heft will verfügbare Evidenz und Erfahrungen aus Versorgung, Prävention und Stärkung lokaler Strukturen aufzeigen.

Große Herausforderungen

Das betonen in einem gemeinsam verfassten Editorial die Koordinatoren des Hefts, Kayvan Bozorgmehr von der Universität Heidelberg, Oliver Razum von der Universität Bielefeld und Anke-Christine Saß vom Robert Koch-Institut.

Die gesundheitliche Versorgung Geflüchteter stellt das Gesundheitssystem vor große Herausforderungen. Drei Beiträge informieren über international verbindliche Standards der Flüchtlingshilfe, über Lösungsstrategien des Öffentlichen Gesundheitsdiensts und der Kommunen sowie über das Bremer Modell, in dem der Öffentliche Gesundheitsdienst eine maßgebliche Rolle spielt, um Geflüchteten ausreichenden Zugang zum Gesundheitssystem zu ermöglichen.

In mehreren Artikeln geht es um Möglichkeiten, psychischen Störungen bei Geflüchteten wirksam zu begegnen. Vier Beiträge befassen sich mit Infektionskrankheiten und ihrer Prävention. RKI-Analysen der Meldedaten von Infektionsgeschehen der letzten Jahre in Unterkünften von Asylsuchenden deuteten darauf hin, dass sich die Erkrankten in den meisten Fällen in Deutschland angesteckt hätten, so das RKI.

Die Ständige Impfkommission empfehle daher, Schutzimpfungen bei Asylsuchenden möglichst früh durchzuführen und innerhalb der ersten Tage nach Aufnahme in einer Erstaufnahmeeinrichtung damit zu beginnen. Im Bundesgesundheitsblatt wird ein Best-practice-Konzept zur Umsetzung der empfohlenen Impfungen vorgestellt.

Die neue Ausgabe des Bundesgesundheitsblatts sei eine wichtige Grundlage für die Arbeit der Akteure in der Praxis und gebe zugleich Impulse für die weitere Forschung, so das RKI. (eb)

Weitere Infos: www.bundesgesundheitsblatt.de; www.rki.de/migration; www.rki.de/asyl

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