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Gramnegative Follikulitis täuscht Akne vor, doch Therapie ist anders

BERLIN (sko). Sie sieht aus wie eine Akne, ist aber keine: die gramnegative Follikulitis. Bei dieser Erkrankung kann auch eine systemische Infektion bestehen. Bei Männern lohnt es sich daher, das Ejakulat auf gramnegative Keime zu untersuchen.

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Patienten mit einer gramnegativen Follikulitis sind meist männlich, zwischen 18 und 30 Jahre alt, haben eine extrem fettige Haut und goldgelbe, kleine Pusteln, hauptsächlich im Gesicht im Nasolabialbereich. Meistens berichten die Patienten, daß diese Pusteln über Nacht entstehen und nach einem Tag wieder verschwinden, doch ständig kämen neue nach.

"Die Diagnose der gramnegativen Follikulitis ist eigentlich eine Blickdiagnose, unterstützt durch die Laboruntersuchung", so Professor Gerd Plewig. Der Direktor der Dermatologischen Universitätsklinik München stellte das Krankheitsbild bei einer Fortbildungsveranstaltung der Bundesärztekammer in Berlin vor.

Von der Akne unterscheide sich die Follikulitis dadurch, daß sich keine Komedonen auf der Haut bilden. Die unterschiedlichen gramnegativen Bakterien, die die Krankheit auslösen, lassen sich auf der Haut und den Schleimhäuten finden.

Da manchmal auch die ableitenden Samenwege sowie die Prostata betroffen seien, empfahl Plewig, auch das Ejakulat der Männer mikrobiologisch zu untersuchen. "Die Patienten sind nicht infektiös, aber mit Keimen besiedelt, die sie nicht wieder los werden", so Plewig.

Die Therapie bestehe in einer Antibiose gegen gramnegative Keime, die meist aber nur zu einer vorübergehenden Besserung führt. Die wichtigste Maßnahme ist oral verabreichtes Isotretinoin, das die Fettigkeit der Haut reduziert. So entziehe es den Bakterien den nötigen feuchten Lebensraum. Finden sich im Sperma Erreger, sollte eine systemische Antibiose erfolgen.

Auslöser einer Follikulitis, deren Prävalenz in Deutschland bei ein bis zwei Prozent liege, sei häufig eine langjährige antimikrobielle Therapie, etwa wegen einer Akne oder Rosazea. In Folge dieser Therapie komme es zum Ungleichgewicht der Bakterienbesiedlung der Haut. Durch die vorangegangene Behandlung werden grampositive Keime unterdrückt, so daß gramnegative Keime überhand nehmen.

Doch nicht nur die langzeitige Antibiose, auch das Bad in einem Whirlpool kann zu einer akuten Infektion führen. Denn die Keime überleben auch in nicht hygienischem Wasser bei hohen Temperaturen.

"Bereits Stunden nach dem Bad entwickelt sich der typische Hautausschlag", berichtete Plewig. Folge der massiven Toxinausschwemmung können zudem Fieber, Schmerzen und eine generalisierte Lymphknotenschwellung sein.

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