Direkt zum Inhaltsbereich

HIV-Infektion ist Risikofaktor für Lungenhochdruck

MÜNCHEN (wst). HIV-Infizierte haben im Vergleich zur übrigen Bevölkerung ein bis zu 1000fach erhöhtes Risiko, eine pulmonale arterielle Hypertonie zu entwickeln. Bei unklarer Belastungsdyspnoe sollte deshalb immer auch an diesen Zusammenhang gedacht und eine entsprechende Diagnostik eingeleitet werden.

Veröffentlicht:

Infolge der immer effektiveren antiretroviralen Behandlung treten bei HIV-Infizierten zunehmend Begleitkomplikationen der Erkrankung oder der Therapie in den Vordergrund, die lebensbegrenzend sein können. Daten prospektiver Studien zufolge beträgt die Inzidenz der pulmonalen arteriellen Hypertonie (PAH) bei HIV-Infizierten 0,1 bis 0,5 Prozent pro Jahr. Darauf hat der Pneumologe Professor Ralf Ewert vom Universitätsklinikum Greifswald bei den 11. Münchner AIDS-Tagen aufmerksam gemacht.

Auch die Tatsache, daß heute fünf bis acht Prozent aller Erstdiagnosen einer HIV-Infektion aufgrund einer PAH-Abklärung ermittelt werden, verweist auf die Assoziation beider Erkrankungen, ergänzte Dr. Till Neumann vom Universitätsklinikum Essen auf einem vom Unternehmen Actelion unterstützten Symposium. In einem Pilotprojekt am Herzzentrum Essen wurde zudem bei neun von 57 echokardiographisch untersuchten HIV-Patienten ein auffälliger Pulmonalarteriendruck festgestellt.

Welche Faktoren bei HIV-Infizierten eine PAH induzieren, sei noch weitgehend unklar, sagte Ewert. Direkte Einwirkungen des Virus auf das Endothel konnten bislang nicht nachgewiesen werden. Favorisiert wird derzeit die These, daß durch das Virus stimulierte Zytokine wie Interleukin 6 bei genetisch prädisponierten Patienten die PAH-Entwicklung vorantreiben.

Die Virusmenge unter die Nachweisgrenze zu senken gilt daher als Basisstrategie, einer PAH vorzubeugen oder ihren Verlauf zu bremsen. Spezifische Therapie-Optionen bei PAH seien Prostanoide, Phosphodiesterase-5-Hemmer und Endothelin-Rezeptor-Antagonisten, etwa Bosentan (Tracleer®), sagte Dr. Thomas Konorza, ebenfalls vom Uniklinikum Essen. Einige Patienten profitierten von einer Langzeittherapie mit Kalziumantagonisten.

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Von unten nach oben

Stufenschema bei Insomnie: So bei Schlafstörungen therapieren

Lesetipps
Eine Warze auf der Hand.

© Hairem / stock.adobe.com

Tipps für die Therapie

Was gegen Warzen wirklich hilft

Nicht alles, was im Internet kursiert, stimmt auch – gerade wenn es um Gesundheitsfragen geht. Augen auf und hinterfragen!

© peterschreiber.media / stock.adobe.com

Kohlenhydrate, Apfelessig, Gottesnahrung und Süßstoffe

Vier Ernährungs- und Blutzuckermythen im Faktencheck