Rheumatoide Arthritis

Knieersatz als Zeitmaschine

Ein endoprothetischer Knieersatz versetzt Patienten mit RA in einen Zustand zurück, als die krankheitsbedingten Einschränkungen noch nicht so ausgeprägt waren. US-Orthopäden bezeichnen die Op als "Zeitmaschine".

Von Robert BublakRobert Bublak Veröffentlicht:

OMAHA. An einer Studie zum Effekt einer totalen Kniearthroplastik (TKA), geleitet von Anand Dusad vom University of Nebraska Medical Center in Omaha, waren 834 Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) und 315 mit Kniearthrose beteiligt (Arthritis Rheumatol 2015, 67 (9): 2503-2511).

Prä- und postoperativ wurden der Grad ihrer Schmerzen und ihre Lebensqualität mit einschlägigen Tests bestimmt. Im Mittel waren die Patienten zum Zeitpunkt der Op 65 (RA) und 68 Jahre (Arthrose) alt.

Erhebliche Schmerzen

Präoperativ litten alle Patienten, die später ein Knie ersetzt bekamen, unter erheblichen Schmerzen. Der Grad der allgemeinen Schmerzen lag auf einer Skala von 0 bis zum maximalen Grad 10 bei Werten von 5,3 bis 5,8.

Besonders Schmerzen am zu ersetzenden Knie waren heftig, sie erreichten eine Punktzahl von 2,3 bis 2,4 auf einer Skala, die den stärksten Schmerz bei 3 verortet. Nicht behandelbare chronische Schmerzen sind eine der häufigsten Indikationen für eine TKA.

Die deutlichste Erleichterung war dann auch bei den Knieschmerzen zu verzeichnen. In den Begriffen der standardisierten mittleren Antwortstärke (Standardized Response Mean, SRM) war ein Rückgang um 1,3 Punkte sowohl bei RA- als auch bei Arthrosepatienten zu verzeichnen.

Um die SRM zu berechnen, wird die mittlere Differenz durch die Standardabweichung geteilt. Bei Quotienten größer als 0,8 gilt die Wirkung als ausgeprägt.

Verbesserung der Lebensqualität

Verbesserungen zeigten sich auch in den Tests zur Lebensqualität, allerdings fielen sie weniger deutlich aus als die Schmerzreduktion. Und obwohl durchaus erheblich, war der Nutzen einer TKA für RA-Patienten im Ganzen gesehen geringer als für Patienten mit Kniearthrose.

"Wir haben den Nutzen eine TKA für eine umfängliche Kohorte schwer kranker Patienten mit Rheumatoider Arthritis belegen können", schreiben Dusad und Kollegen im Resümee ihrer Studie. Das Ausmaß der Schmerzlinderung und der Verbesserung der Lebensqualität seien bemerkenswert.

Klinisch stehe der Rückgang der Schmerzen im operierten Knie im Vordergrund. "Darüber hinaus kann sich die Funktion stabilisieren, obschon das Niveau, das vor der Erkrankung bestand, nicht wieder erreicht wird", so die Rheumatologen weiter.

Die TKA diene als Zeitmaschine - sie bringe die Patienten in eine weniger eingeschränkte Lebensführung zurück, bis der arthritische Prozess sie schließlich wieder einhole.

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