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Gastkommentar

Magen-Bypass - die Methode steht

Von Rudolf A. Weiner Veröffentlicht:

Der proximale Magenbypass gilt als Standard in der Operation der krankhaften Adipositas. Meist wird für den alimentären Schenkel eine Länge von 150 cm und für den biliodigestiven 50 cm gewählt. Verkürzung des alimentären Schenkels auf 75 cm oder Verlängerung auf 250 cm besserte bei Patienten mit BMI über oder unter 50 den Gewichtsverlauf nicht.

Der distale Magenbypass bewirkt eine Kombination von Restriktion und Malabsorption, die langfristig zu Eiweißmangel führen kann. Unerklärlich ist in der Schweizer Studie die lange Operation bei distalem Bypass, da hier nur die Abmessung der Darmschlingen in umgekehrter Reihenfolge erfolgt. Mittlere Op-Zeiten von vier Stunden stellen für die extrem adipösen Patienten nicht akzeptable Risiken dar, etwa von Lungenembolien oder Dekubitalulzera. Ein Nutzen ist nicht zu erkennen, vielmehr ein unkalkulierbares Langzeitrisiko.

Geht beim proximalen Bypass die Restriktion verloren, muss sie durch erneute Operation wiederhergestellt werden. Nur für die wenigen Patienten, die trotz Restriktion nicht genug abnehmen, bleibt der distale Bypass mit allen negativen Folgen als letzte Option. Sie muss gründlich überdacht und mit den Patienten besprochen werden. Schwerer Proteinmangel lässt sich oft nur noch durch Substitution beheben, etwa Portanlage und dauerhafte parenterale Eiweißapplikation.

Professor Rudolf A. Weiner ist Chefarzt am Krankenhaus Sachsenhausen.

Lesen Sie dazu auch: Magen-Bypass: welche Op ist die beste?

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