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Mangel an Wachstumshormon gibt’s auch bei Erwachsenen

ROTTACH-EGERN (sto). Wachstumshormon, bei Kindern und Jugendlichen für das Längenwachstum zuständig, ist auch noch für Erwachsene von Bedeutung. So wird Wachstumshormon etwa für die Regulation des Zucker- und Fettstoffwechsels oder für den Muskel- und Knochenstoffwechsel benötigt. Ein Mangel an Wachstumshormon könne deshalb etwa das kardiovaskuläre Risiko bis um das Sechsfache erhöhen.

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Darauf hat Privatdozent Dr. Henri Wallaschofski von der Universität Greifswald auf einer Veranstaltung in Rottach-Egern hingewiesen.

Jedes Jahr werde in Deutschland bei etwa 800 Menschen ein Wachstumshormon-Mangel diagnostiziert, sagte der Endokrinologe auf einer Pressekonferenz des Unternehmens Pfizer. Ursache seien häufig Hypophysen-Tumoren oder andere Tumoren im Bereich des Hypothalamus. Es gebe aber auch Hinweise, daß es bei Patienten nach Schädelhirntrauma oder nach Subarachnoidal-Blutung gehäuft zu einer Störung der Hormonproduktion kommen kann.

Die Diagnostik und Therapie bei Wachstumshormon-Mangel sollte in aller Regel durch einen Endokrinologen erfolgen. Dafür gibt es nach Wallaschofskis Angaben klare Kriterien. Durch die tägliche Injektion von Wachstumshormon in das Unterhaut-Fettgewebe werde die Bildung von IGF-1 (Insulin-like growth factor) angeregt. Ziel der Behandlung sei es, den IGF-1-Wert in den alters- und geschlechtsspezifischen Normbereich zu bringen, berichtete Wallaschofski.

Durch die Wachstumshormon-Therapie nehme die Fettmasse ab, Muskelmasse und Knochendichte nähmen zu und die allgemeinen Lebensqualität steige. Über eine Reduktion der Blutfette sowie von entzündlichen Mediatoren der Atherosklerose und eine Erhöhung der Herzleistung verringere sich zudem das Risiko für eine kardiovaskuläre Erkrankung, so der Endokrinologe.

Es gebe keine Hinweise, daß regelmäßige Substitution von Wachstumshormon zu einem erhöhten Krebsrisiko oder zu einem Rezidiv bei Hypophysentumoren führe, betonte Wallaschofski.

Die Verwendung von Wachstumshormon für Anti-Aging oder in der Sportmedizin sei durch die zugelassene Indikation nicht gedeckt.

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