Abnehmen

Mit Geld-Leckerli wird leichter abgespeckt

Prämien wirken doch als Anreiz zum Abnehmen - zumindest bei Frauen. Das zeigt eine neue Studie. Eine weitere Erkenntnis: Je höher der versprochene Geldbetrag, desto mehr Pfunde purzeln.

Veröffentlicht: 31.10.2012, 15:07 Uhr
Mit Geld-Leckerli wird leichter abgespeckt

Geld macht Beine - vor allem abnehmwilligen Frauen.

© Waltraud Grubitzsch / dpa

BERLIN (awes). Frauen scheinen stärker auf finanzielle Anreize anzusprechen als Männer.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Rheinisch-Westfälisches Instituts für Wirtschaftsforschung e.V. (RWI) mit rund 700 Patienten im Alter zwischen 18 und 75 Jahren.

Nach ihrem Aufenthalt in einer Rehabilitationsklinik sollten die Patienten in Absprache mit ihrem behandelnden Arzt sechs bis acht Prozent ihres Körpergewichts innerhalb von vier Monaten abnehmen.

Die Patienten wurden zufällig drei Gruppen zugeteilt. In der ersten Gruppe sollte niemand Geld erhalten, in der zweiten jeder 150 Euro, in der dritten jeder 300 Euro, wenn er das Behandlungsziel erreicht oder überschreitet.

Wenn die Teilnehmer der Prämiengruppe ihr Ziel nicht erreichten, wurde die Prämie nur anteilig ausgezahlt, sofern sie ihr Gewicht mindestens um die Hälfte des vereinbarten Ziels reduzieren konnten.

Nach vier Monaten nahmen die Teilnehmer der Prämiengruppe durchschnittlich fünf Prozent ihres Ausgangsgewichts ab, die der Kontrollgruppe 2,3 Prozent.

Fünf Prozent gelten in der Medizin als Schwelle, bei der eine Gewichtsreduktion zu einer merklichen Verbesserung des Gesundheitszustands führen kann.

Prämie kein zusätzlicher Effekt bei Männern

Die Ergebnisse der Teilnehmerbefragung zeigen, dass Prämienfähige häufiger Treppen statt Aufzüge benutzten und weniger häufig Snacks zwischen den Mahlzeiten aßen.

Sie achteten also mehr auf eine gesundheitsbewusste Verhaltensweise. Frauen nahmen zudem häufiger an Fitnessprogrammen teil.

Außerdem sprachen sie stärker auf die Höhe der finanziellen Anreize an: Frauen, denen 300 Euro Prämie in Aussicht gestellt worden war, nahmen um 1,4 Prozentpunkte mehr von ihrem Ausgangsgewicht ab als die Teilnehmerinnen der Gruppe mit geringerer Prämie.

Bei Männern hatte die Höhe der Prämie keinen zusätzlichen Effekt.

Hinsichtlich der Langzeitwirkung äußern sich die Forscher zurückhalten.

"Noch weitgehend unerforscht ist hingegen der langfristige Effekt finanzieller Abnehmanreize. Es lässt sich daher derzeit nicht wissenschaftlich fundiert sagen, ob die durch finanzielle Anreize induzierte Gewichtsreduktion nachhaltig ist oder ob Anreize zum Halten des Gewichts imstande sind, den gefürchteten ‚Jojo-Effekt‘ zu verhindern", heißt es in einer Mitteilung des RWI.

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