Direkt zum Inhaltsbereich

Neuer Behandlungsansatz bei chronischen Wunden

Das Akute-Phase-Protein Alpha-1-Antichymotrypsin könnte sich bei chronischen Wunden eignen. Es gibt dazu erste Erfolge im Tiermodell zu vermelden.

Veröffentlicht:

DRESDEN (sir). Das Proteom chronischer Wunden hat Professor Sabine A. Eming aus Köln genauer unter die Lupe genommen.

Beim Dermatologenkongress in Dresden präsentierte die Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten aktuelle Studiendaten, die auf eine neue Therapieoption für Patienten mit chronischen Wunden hinweisen könnten.

In Wundsekreten wurden verschiedene Proteine gefunden

25 Patienten mit venösen Ulzera waren in eine ihrer Studien eingeschlossen; bei zehn von ihnen waren die Wunden in Abheilung begriffen. "Wir fanden in den Wundsekreten aller Patienten insgesamt 149 verschiedene Proteine", berichtete Eming bei der Tagung in Dresden.

"23 von diesen Proteinen kamen nur in heilenden und 26 nur in nicht-heilenden Wunden vor", so die Expertin.

Die Expression und die Aktivität auch der übrigen 100 Moleküle habe sich deutlich in den beiden Studiengruppen unterschieden.

So fanden sich in den nicht-heilenden Wunden verstärkt Entzündungsmediatoren, in den heilenden dagegen Proteaseinhibitoren und Matrixproteine.

ACT wurde in allen Wunden gefunden

Besonders aufgefallen war den Forschern die Proteinfamilie der Serinproteaseinhibitoren, kurz Serpine, und hier wiederum Serpin A3, das auch Alpha-1-Antichymotrypsin (a1-ACT) heißt.

Das Akute-Phase-Protein wird in der Leber und, wie Eming herausgefunden hat, auch in Epithelzellen und inflammatorischen Zellen in der Haut synthetisiert. Hier hemmt es Cathepsin G und Mastzellchymase.

ACT wurde in allen Wunden, heilenden wie nicht-heilenden, gefunden. Bei der Mehrzahl der Patienten, das heißt bei 10 von 15, mit nicht-heilenden Wunden zeigte die Substanz jedoch praktisch keine Aktivität.

In einer In-Vitro-Versuchsanordnung ermittelte Eming die Neutrophilenelastase als Grund dafür: Diese Protease war im Infiltrat der nicht-heilenden Wunden erhöht und inaktivierte ACT.

Erfolg bei Mäusen

Als therapeutischen Ansatz haben Eming und ihre Kollegen nun im Tiermodell das Einbringen rekombinant hergestellter ACTs in das Wundmilieu getestet.

Mit Erfolg: Bei den so behandelten Mäusen bildete sich schon bald vaskularisiertes Granulationsgewebe.

Mehr zum Thema

Robert Koch-Institut

STIKO lockert Impfempfehlungen gegen COVID-19

Hepatologie im Wandel

Patienten mit Leberfibrose und -zirrhose bald heilbar?

Mehrere Milliarden Dosen verimpft

Review bestätigt: mRNA-Impfungen sind sicher und wirksam

Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Lithiumtherapie aktiviert WNT-Signalweg

Regeneration der COPD-Lunge: Was ist da möglich?

Änderungen im Überblick

So wirkt sich das GKV-Spargesetz auf Praxen aus

Hepatologie im Wandel

Patienten mit Leberfibrose und -zirrhose bald heilbar?

Lesetipps
Ärztin untersucht einen Mann an der Schulter

© New Africa / stock.adobe.com

Betäubungsmittel richtig verordnen

Opioide in der Urlaubsvertretung: Wie sich Missbrauch vorbeugen lässt

Tablets to maintain the correct functioning of the human cardiovascular system on a blue background close-up

© bisonov / stock.adobe.com

Kombi schlägt Monotherapie

Diese Blutdrucksenker werden am besten vertragen