Direkt zum Inhaltsbereich

Neuer Grenzwert für die Cadmium-Aufnahme

BERLIN (gvg). Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schließt sich europäischen Empfehlungen für einen niedrigeren Grenzwert bei der Cadmium-Aufnahme an. Wegen der Nephrotoxizität sollte die wöchentliche Aufnahme 2,5 µg/kg KG nicht überschreiten.

Veröffentlicht:

Bisher lag die Empfehlung bei maximal 7µg pro kg Körpergewicht pro Woche. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA hatte kürzlich als Folge neuer Daten aus mehreren Lebensmittelmonitoring-Programmen und neuer Metaanalysen zum medizinischen Effekt von Cadmium den um gut 60 Prozent niedrigeren Grenzwert empfohlen.

"Am BfR haben wir die neuen Analysen nachvollzogen. Wir interpretieren die Daten genauso wie die EFSA-Kollegen", sagte BfR-Präsident Professor Andreas Hensel während eines Symposiums in Berlin.

Diese wissenschaftliche Grenzwertverschiebung müsse über kurz oder lang praktische Konsequenzen haben, betonte Dr. Markus Schwarz vom Forschungs- und Beratungsinstitut Gefahrstoffe in Freiburg: "Der neue Grenzwert bedeutet, dass Vielkonsumierer von Vollkornprodukten, Blattgemüse oder Schokolade Gefahr laufen, den Grenzwert zu überschreiten." Diese Nahrungsmittel gelten im Mittel als besonders cadmiumhaltig, wobei es von Produkt zu Produkt erhebliche Unterschiede geben kann.

Professor Uwe Lahl vom Bundesumweltministerium sagte, es müsse sichergestellt werden, dass die Bevölkerung unterhalb der neuen wöchentlichen Grenzwerte bleibe. "Das gilt auch für die Vielkonsumierer", so Lahl. Deshalb müssten Maßnahmen entlang der gesamten Nahrungskette ergriffen werden.

Cadmium kommt unter anderen über Klärschlamm und über Futter- und Düngemittel in die Nahrung. Es müsse in diesem Bereich deswegen über neue Cadmium-Grenzwerte diskutiert werden. Auch eine Änderung der Klärschlammverordnung sei zu prüfen, so Lahl. Alle Experten sprachen sich angesichts einer stark international agierenden Nahrungsmittelindustrie für europaweit einheitliche Regelungen aus.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Sonderbericht

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim

Nahrungsmittelallergien

Seltsame Anaphylaxien: Ein Fall für Detektive

Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin

BCMA-gerichtete CAR-T-Zelltherapie rückt nach vorn

Cilta-cel setzt Standards im ersten Rezidiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, Neuss, a Johnson & Johnson company
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Dissoziation

Umgang mit Trauma und PTBS: Was kann die Hausarztpraxis leisten?

Lesetipps
Eine Frau geht Walken im Park. Man sieht nur ihre Beine.

© Robert Kneschke / AdobeStock

Cochrane-Update

Körperliches Training hilft wohl doch kaum bei Hüftarthrose

Arzt mit einem Modell des männlichen Harntrakts in der Hand spricht mit einem Patienten.

© Peakstock / stock.adobe.com

Künstliche Intelligenz

Bei urologischen Problemen: Fragen Sie Chatbot „Urobert“

Die Wissenschaftler arbeiten mit der Annahme, dass die Zellen nach dem „Auftauen“ ihre normalen physiologischen Prozesse wieder aufnehmen.

© Tomorrow.bio

Start-up

Kryokonservierung: Der Traum vom ewigen Leben