Suchtkrankheiten

Passivrauchen setzt auch den Nasennebenhöhlen zu

ONTARIO (hub). Jetzt gibt es noch ein Argument für Rauchverbote: Passivrauchen erhöht das Risiko für chronische Sinusitis.

Veröffentlicht:

Zu diesem Ergebnis kommt eine Fall-Kontroll-Studie mit 306 Patienten mit chronischer Sinusitis, die alle selbst keine Raucher waren. Ihnen wurden 306 Kontrollpersonen ohne Sinusitis gegenübergestellt (Arch Otolaryngol Head Neck Surg 2010; 136: 327). Die chronische Sinusitis durfte erst in den vergangenen fünf Jahren diagnostiziert worden sein. Alle Teilnehmer - mittleres Alter etwas über 50 Jahre - wurden befragt, ob sie an verschiedenen Orten Tabakrauch ausgesetzt waren, etwa am Arbeitsplatz, zuhause, in der Öffentlichkeit oder bei privaten Unternehmungen.

Dabei erbrachte die Analyse der Daten eindeutige Korrelationen: Passivrauchen zuhause erhöht das Risiko für eine chronische Nasennebenhöhlen-Entzündung um den Faktor 1,7 und wer im öffentlichen Raum Tabakrauch ausgesetzt ist, dessen Sinusitis-Risiko ist 1,5-fach erhöht. Am stärksten wirkte sich Passivrauchen am Arbeitsplatz aus, schließlich wird hier ja auch die meiste Zeit des Tages verbracht: Die Sinusitis-Rate war hier fast dreimal höher als bei den Kontrollpersonen, an deren Arbeitsplatz niemand rauchte.

Wie zu erwarten, waren viele Teilnehmer nicht nur an einem, sondern an mehreren Orten Tabakrauch ausgesetzt. Hier zeigte sich ein Dosiseffekt: Wer an einem Ort mit Tabakrauch konfrontiert war, hatte ein 1,7-fach erhöhtes Risiko für eine chronische Sinusitis. Waren es zwei Orte, stieg die Rate auf das Fünffache, bei drei oder mehr Orten auf das Zehnfache - im Vergleich zu Personen ohne Tabakrauchexposition.

Die Forscher führen 40 Prozent der chronischen Sinusitiden in der Studie auf Passivrauchen zurück.

Mehr zum Thema

Lauterbach-Plädoyer

„Cannabis-Ampel“ bekommt Gegenwind

Nikotin- und Cannabissucht

Moderne Drogen auch riskant fürs Hirn?

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Derzeit haben rund 400 Ärztinnen und Ärzte in Bayern die Zusatzbezeichnung Homöopathie erlangt. Künftig ist dies nicht mehr möglich.

© Mediteraneo / stock.adobe.com

80. Bayerischer Ärztetag

Bayern streicht Homöopathie aus Weiterbildungsordnung

Nach erfolgreicher Sondierungswoche (v.l.n.r): Robert Habeck und Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz und FDP-Chef Christian Lindner am Freitag in Berlin.

© Kay Nietfeld/picture alliance

Update

Erfolgreiche Sondierung

Das plant die Ampelkoalition im Bereich Gesundheit