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Patienten mit Thrombose-Verdacht sind gut versorgt

MÜNCHEN (wst). Patienten, bei denen in der Hausarztpraxis Verdacht auf eine tiefe Venenthrombose (TVT) besteht, werden von niedergelassenen Kollegen meist rasch und kompetent versorgt. Das hat die Analyse von ersten Daten aus dem 2005 gestarteten TULIPA×- Register ergeben.

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Etwa 60 Prozent der bisher fast 5000 Patienten mit TVT-Verdacht wurden von den Hausärzten bereits am Tag der Erstvorstellung zu Spezialisten, etwa Phlebologen, überwiesen, 18 Prozent am nächsten Tag, acht Prozent am zweiten oder dritten Tag und nur etwa 15 Prozent am vierten Tag oder noch später.

Das hat Frau Professor Viola Hach-Wunderle vom Krankenhaus Nordwest in Frankfurt am Main bei einer Veranstaltung von GlaxoSmithKline in München berichtet. Bei 25 Prozent der 1388 Patienten mit daraufhin bestätigtem TVT-Verdacht, bei 12 Prozent der 3389 Patienten mit TVT-Ausschluss und bei 17 Prozent der 199 Patienten mit unklarem Befund hätten die Hausärzte zur Vorsicht bereits initial eine Heparin-Therapie eingeleitet.

In der weiteren Diagnostik der TVT setzten die Spezialisten stark auf die Sonographie, wie die Internistin sagte. Der Ultraschall sei bei 97 Prozent aller klinisch TVT-Verdächtigen angewandt worden. Und der D-Dimer-Test sei bei 36 Prozent vorgenommen worden. Phlebografie (6 Prozent), Plethysmografie (4 Prozent), CW-Dopplersonografie (1,7 Prozent) und CT oder MRT (0,5 Prozent) wurden nur selten angewandt.

Von den Patienten mit bestätigter TVT hatten 52 Prozent nach Angaben der Frankfurter Kollegin eine proximale Thrombose. Ein Verdacht auf Lungenembolie ergab sich bei 98 von 1388 Patienten mit gesicherter TVT, von denen 77 apparativ weiter abgeklärt wurden. Dabei wurde eine Lungenembolie bei 22 von 37 Patienten mit dem CT, bei 19 von 24 szintigrafisch, bei 7 von 23 echographisch und bei einem von zwei mit dem MRT untersuchten Patienten bestätigt. Ein Thrombophilie-Screening erfolgte bei einem Viertel der TVT-Patienten, wovon 42 Prozent einen pathologischen Befund hatten. Bei weniger als einem Prozent der Patienten stellte sich nach initialem TVT-Ausschluss innerhalb eines Nachkontrollzeitraumes von 90 Tagen doch eine TVT heraus.

×TULIPA: Thrombose mit und ohne Lungenembolie bei Patienten im ambulanten Bereich

STICHWORT

TULIPA-Register

An dem TULIPA-Register arbeiten Hausärzte und phlebologisch versierte Kollegen aus mehr als 300 Arztpraxen mit. In das Register werden die Daten von Patienten aufgenommen, die von Hausärzten mit Verdacht auf eine tiefe Venenthrombose (TVT) zu Spezialisten überwiesen worden sind. Bisher wurden die Krankendaten von knapp 5000 Patienten mit TVT-Verdacht ausgewertet. Initiiert wurde das TULIPA-Projekt vom Unternehmen GlaxoSmithKline. Die Schirmherrschaft für das Register haben übernommen: die Deutsche Gesellschaft für Angiologie, die Deutsche Gesellschaft für Phlebologie sowie die Deutsche Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung. (wst)

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