Raucherentwöhnung

Pneumologen erinnern: „E-Zigaretten sind keine Alternative“

E-Zigaretten fördern nicht die Tabakentwöhnung, betonen Pneumologen – und mahnen: Meist erhöhen sie sogar die Schadwirkung.

Dr. Thomas MeißnerVon Dr. Thomas Meißner Veröffentlicht:
Ein Großteil der E-Zigaretten-Nutzer, die vorher Tabakzigaretten geraucht haben, hören mit dem Dualkonsum nicht auf, sondern nutzen beides. Eine Entwöhnung vom Nikotin stellt das nicht dar.

Ein Großteil der E-Zigaretten-Nutzer, die vorher Tabakzigaretten geraucht haben, hören mit dem Dualkonsum nicht auf, sondern nutzen beides. Eine Entwöhnung vom Nikotin stellt das nicht dar.

© Christian Horz / Getty Images / iStock

Berlin. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) hat erneut ihre Ablehnung von E-Zigaretten zur Raucherentwöhnung bekräftigt.

Es werde regelmäßig behauptet, E-Zigaretten seien weniger schädlich als Tabakrauchen. „Das mag stimmen“, sagte Professor Wulf Pankow aus Berlin im Vorfeld des DGP-Jahreskongresses und des Weltnichtrauchertages. Aber aus der geringeren Konzentration von Schadstoffen in den verwendeten Liquids lasse sich keine entsprechend verringerte Gesundheitsschädlichkeit ableiten, so der Pneumologe.

Er wies auf Giftstoffe des E-Zigaretten-Aerosols hin, die chronische Bronchitis und Asthma und womöglich auch Krebserkrankungen begünstigen, Herz- und Gefäße schädigen und das Immunsystem beeinträchtigen. 85 Prozent der Umsteiger auf E-Zigaretten rauchten nebenher weiter Tabak. Dieser Doppelkonsum sei besonders gesundheitsschädlich.

Nikotinabhängigkeit bleibt bestehen

Pankow räumte ein, dass in kontrollierten Studien zur Raucherentwöhnung die E-Zigarette mit beratender Unterstützung etwas besser abschneidet als Nikotinersatzprodukte oder nur die Beratung. Zugleich verwies er auf eine aktuelle Metaanalyse und auf eine Langzeitstudie über sechs Jahre, wonach sich keine Hinweise auf positive Effekte des Rauchstopps mit E-Zigaretten oder auf eine Schadensminimierung finden ließen.

Es sei problematisch, dass die Nikotinabhängigkeit dauerhaft bestehen bleibe, da Nikotin auch in den Liquids enthalten ist. Das fördere den Beikonsum mit Tabak ebenso wie das Rückfallrisiko nach erfolgreichem Rauchstopp. Die in den Liquids enthaltenen Aromastoffe sollten nach Pankows Meinung verboten werden, weil sie Jugendliche an den Konsum heranführten.

„Tabakentwöhnung muss gestärkt werden“

Die DGP fordert die Politik auf, E-Zigaretten und Tabakerhitzer den gleichen Beschränkungen und steuerlichen Regeln wie Tabakzigaretten zu unterwerfen. „Die Tabakentwöhnung in Deutschland muss deutlich gestärkt werden, unter anderem durch die Kostenerstattung für Verhaltenstherapie und unterstützende Maßnahmen.“

Die Fachgesellschaft verweist auf ihre S3-Leitlinie „Rauchen und Tabakabhängigkeit“. Dort wird die verhaltenstherapeutische Beratung und Therapie in Kombination mit der vorübergehenden Nikotinsubstitution oder mit suchthemmenden Medikamenten empfohlen. Ein Netzwerk ausgebildeter Therapeuten stehe zur Verfügung.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Analyse des Trinkverhaltens

Wie lebenslanger Alkoholkonsum das Darmkrebsrisiko steigert

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Welche Rolle spielt Zink?

© Tondone | AdobeStock

Immunsystem unterstützen:

Welche Rolle spielt Zink?

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Impf- und Zinkstatus im Blick

© Wörwag Pharma | KI-generiert

Bei Risikogruppen:

Impf- und Zinkstatus im Blick

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

© artemidovna | AdobeStock

Ernährungsfallen:

Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 2: TriMaximize-Studie: Verbesserung der Lebensqualität nach Umstellung auf extrafeine Dreifachfixkombination

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [8]

Mittelgradiges bis schweres Asthma bronchiale

Bessere Kontrolle und Lebensqualität unter inhalativer Triple-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Chiesi GmbH, Hamburg
Wirksamkeit der TTFields-Therapie

© Novocure

Arztinformation – Metastasiertes NSCLC und Mesotheliom

Wirksamkeit der TTFields-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novocure GmbH, München
Neuer CFTR-Modulator bei Mukoviszidose

© Springer Medizin Verlag

Neuer CFTR-Modulator bei Mukoviszidose

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Vernarbung und Fibrosierung

Interstitielle Lungenerkrankung: Die Nachwehen von COVID-19

Infektionsgeschehen

Höhepunkt der Grippewelle wohl überschritten

Lesetipps
Brustkrebs Symbolbild

© Sebastian Kaulitzki / stock.adobe.com

Risikoadaptiert und individualisiert behandeln

Frühes Mammakarzinom: So optimieren Sie die Therapie

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Eine Ärztin spricht mit einer Patientin.

© Siphosethu F / peopleimages.com / Stock.adobe.com

Krebsprävention durch Kommunikation

Zu Krebs halten sich Mythen und Irrtümer hartnäckig – Aufklärung tut not

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Drei Operateure in einem Operationssaal.

© Robert Kneschke / stock.adobe.com

Krebskongress

Tumorchirurgie: Geschlecht zählt auf beiden Seiten des Skalpells

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe