Herz-Gefäßkrankheiten

So kann man die Niere auf Kontrastmittelgabe vorbereiten

Durch Präkonditionierung vor Kontrastmittelgabe lassen sich die Folgen der Kontrastmittelgabe auf die Nieren reduzieren.

Veröffentlicht:

NEU-ISENBURG (eb). Röntgenkontrastmittel zur Darstellung von Herz und Herzgefäßen mittels Koronarangiografie können die Nierenfunktion verschlechtern.

Besonders Patienten mit einer bereits vorgeschädigten Niere sind gefährdet, nach Kontrastmittelgabe eine Kontrastmittel-induzierte Nephropathie (KIN) zu entwickeln, teilt die Deutsche Stiftung für Herzforschung (DSHF) mit.

Ursachen für KIN unklar

Warum eine KIN entsteht, ist bisher noch nicht ganz geklärt. Vermutet wird, dass eine Ischämie der Nieren durch das Kontrastmittel direkt oder indirekt eine entscheidende Rolle spielt.

Inwiefern sich die Zahl der KIN-Fälle senken lässt, indem man die Nieren auf eine kommende Durchblutungsstörung vorbereitet (Präkonditionierung), ist Gegenstand einer von der DSHF geförderten Forschungsarbeit von Privatdozent Fikret Er von der Klinik III für Innere Medizin am Herzzentrum des Universitätsklinikums Köln.

Manschette unterbricht Durchblutung des Arms

Die Präkonditionierung wird am einfachsten mittels einer Oberarmblutdruck-Manschette durchgeführt. Hierzu wird die Durchblutung des Arms durch Aufblasen der Manschette für fünf Minuten unterbrochen. Dieser Vorgang wird mehrfach wiederholt, so die DSHF.

Die Studie des Kölner Forschers untersuchte, ob die Präkonditionierung bei Patienten mit vorgeschädigten Nieren, denen eine Herzkatheteruntersuchung bevorsteht, vor einem Kontrastmittelschaden schützt. Bei 6 von 50 Patienten mit Präkonditionierung entstand ein kontrastmittelbedingter Nierenschaden, hingegen bei 20 von 50 Patienten ohne diese Maßnahme.

Die Arbeit von Er wurde mit dem August Wilhelm und Lieselotte Becht-Forschungspreis 2011 ausgezeichnet. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis wird alljährlich für herausragende Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der patientennahen Herz-Kreislauf-Forschung vergeben.

Mehr zum Thema

Studie mit Schwächen

SMS-Nachrichten unterstützen die kardiovaskuläre Prävention

Infarkt-Prädiktoren

Herzinfarkt: Risikofaktoren für Typ-1 und Typ-2 wohl ähnlich

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Was sollte die neue Regierung als Erstes anpacken?

© [M] Nuthawut / stock.adobe.com

Pflichtenheft für die neue Regierung

Drei Reformen sind Lesern der „Ärzte Zeitung“ besonders wichtig

Heim-Hämodialyse: Die Qualität der Therapie ist ähnlich gut wie bei Dialyse in Kliniken.

© artinspiring / getty images / iStock

DGfN-Kongress

Nephrologen legen 10-Punkte-Plan für mehr Heimdialyse vor