Multiple Sklerose

Unter Glatirameracetat Kontrazeption nicht nötig

Die Einführung der 40 mg / ml-Formulierung hat Patienten mit schubförmiger Multiple Sklerose die Glatirameracetat-Therapie sehr vereinfacht. Die Behandlung kann während einer Schwangerschaft fortgesetzt werden.

Veröffentlicht:

BERLIN. MS-Patientinnen müssen bei einer Therapie mit Glatirameracetat (GA, Copaxone®) seit einer Anpassung der Fachinformation keine kontrazeptiven Maßnahmen mehr ergreifen (Fachinformation Copaxone® 40 mg / ml, Stand April 2017). Nach Eintritt einer Schwangerschaft können sie die Behandlung fortsetzen, wenn der Nutzen für die Mutter mögliche Risiken für das Kind überwiegt.

98 Prozent der Kinder von MS-Patientinnen entwickeln selbst keine MS (Lancet 2008; 372: 1502-1517). Auf den Krankheitsverlauf hat eine Schwangerschaft langfristig keine nachteiligen Auswirkungen(Mult Scler 2015; 21: 1291-1297). "Die MS selbst ist deshalb kein Hindernis, ein Kind zu bekommen", betonte Professor Judith Haas, Jüdisches Krankenhaus Berlin bei einer vom Unternehmen Teva unterstützten Veranstaltung. Die Anpassung der Fachinformation basiert auf der Auswertung von 5042 Schwangerschaften, die unter GA 20 mg / ml eingetreten sind und deren Ausgang bekannt ist. Es ergaben sich keine Hinweise auf eine erhöhte Rate an Fehlbildungen oder Totgeburten.

Seit Januar 2015 ist GA 40 mg / ml zur dreimal wöchentlichen Gabe zugelassen. "Damit hat GA eine vergleichbare Injektionsfrequenz wie häufig eingesetzte Interferone – aber ohne grippeähnliche Symptome", erklärte Professor Tjalf Ziemssen, Universitätsklinikum Dresden. Verglichen mit GA 20 mg / ml reduziert die 40 mg / ml-Formulierung die Zahl der Injektionen um etwa 60 Prozent. Die um rund 50 Prozent geringere Häufigkeit an injektionsbedingten unerwünschten Wirkungen verbessert die Zufriedenheit der Patienten mit der Therapie (Mult Scler Relat Disord 2015; 4: 370-376).

Solche Faktoren können Ziemssen zufolge entscheidend dazu beitragen, die Adhärenz und Persistenz der Patienten zu steigern. Die Sicherheit von GA ist durch zwei Millionen Patientenjahre Erfahrung mit der 20 mg / ml-Formulierung umfassend dokumentiert (J Neurol. 2016; 263(4): 784-791). (he)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Wirksamkeit in der klinischen Praxis von Brivaracetam über 12 Monate (alle Formen fokaler Anfälle)d

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Zusatzbehandlung fokaler Epilepsien

Effektivere Anfallskontrolle in der Kombinationstherapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: UCB Pharma GmbH, Monheim
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

© Vink Fan / stock.adobe.com

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Insbesondere Clindamycin, Fluorchinolone und Flucloxacillin

Antibiotika wirken sich offenbar langfristig auf das Darmmikrobiom aus

Lesetipps
5 Blutproben in Röhrchen

© Pixel-Shot / Stock.adobe.com

Chronische Erkrankungen

Diese fünf Biomarker weisen auf Multimorbidität hin